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on the road again – vom Titikakasee zum Cotahuasi Cañon

Ronny | 13. August 2010
  • Ort: Arequipa, Peru

Ich melde mich nach meiner WM Pause in Buenos Aires zurück. On the road again!

Da ich nach Bolivien vom Reisen etwas die Schnauze voll hatte und mich das Heimweh plagte habe ich mich entschlossen, die Karre in La Paz für ein paar Wochen zu parkieren und zu meinen argentinischen Freunden zurück nach Buenos Aires zu fliegen. Nicht zuletzt um da die WM mitzuverfolgen. Leider wurde aus allen meine Favoriten nichts, Argentinien verlor lausig gegen Deutschland, Ghana wurde absolut unfair von Uruguay aus der Meisterschaft gekickt und von der Schweiz brauchen wir gar nicht erst reden, die versagen sowieso jedesmal wenns ernst wird.

Wieauchimmer – auf jeden Fall hatte ich 6 Wochen lang eine Super Zeit in Buenos Aires mit guten Leuten, Fussball und entsprechend viel Bier :-)
Ende Juli bin ich aber – mit neuer Reisefreude – zurück nach La Paz geflogen. Während meines letzten Aufenthaltes in La Paz habe ich Meurig aus Wales kennengelernt mit dem ich von Buenos Aires aus regelmässig Kontakt hatte. Seine Reise würde auch nach Peru führen, weshalb ich ihm angeboten habe mich ein Stück mit dem Camper zu begleiten. Gautier aus Frankreich hat sich auch gleich dazugesellt und somit sind wir Anfangs August zu dritt von La Paz aus losgefahren.

Unsere erste Station waren die Ruinen von Tiwanaku in Nord-Bolivien. Dies war ein ziemlicher Reinfall, da wir alle drei kein Geld für den Eintritt dabeihatten und es da weit und breit keinen Bankautomaten gibt. Meine Dollarreserven wurden zusammen mit meiner Sonnenbrille in La Paz im Hostel geklaut. Uns blieb nichts anderes übrig als zurück nach El Alto zu fahren wo wir aber direkt in Richtung Copacabana am Titicacasee abgebogen sind. Tiwanaku konnte uns mal da wos ständig dunkel ist.

Der Titicacasee ist der grösste See Südamerikas und gleichzeitig der höchste Schiffbare See der Welt und ist wahnsinnig schön. Am bolivianischen Grenzort Copacabana haben wir uns ein kleines altmodisches Segelboot gemietet und sind einen Tag lang auf dem See herumgesegelt.

Nach drei entspannten Tagen machten wir uns auf zur Peruanischen Grenze. Neues Land, neues Glück, neuer Spass. Der Grenzübertritt dauerte geschlagene drei Stunden. Nicht etwa weil die Beamten unser Fahrzeug gründlich durchsucht hätten, sondern weil – “no hay sistema” – deren Computersystem nicht funktionierte. Nach zweieinhalb Stunden haben sie dann endlich das Formular von Hand ausgefüllt und uns gehen lassen.

Am nächsten Tag erreichten wir Arequipa, die zweitgrösste Stadt Perus auf etwa 2300 Meter über Meer. Es war spürbar wärmer als auf den 3800 m. am Titicacasee und das Zentrum Arequipas ist ziemlich schön, allerdings sieht man als Selbstfahrer jeweils auch die hässlichen und armen Aussenbezirke dieser Städte. Da haben wir uns zwei Tage entspannt und machten uns dann auf zum knapp 400km entfernten Cotahuasi Cañon. Die Meisten Touristen hier besuchen den näher gelegenen und einfacher erreichbaren Colca Cañon, der auch ziemlich tief ist. Wir allerdings haben uns zum wohl tiefsten Canyon der Welt aufgemacht, über unbefestigte Strassen und absolut abseits vom Tourismus. Während der vier Tage in Cotahuasi und Umgebung haben wir gerade mal 3 Touristen gesehen. Der Canyon und das ganze Cotahuasi-Tal ist atemberaubend. Wir haben die thermalen Quellen in Luicho besucht und eine ganztägige Wanderung nach Quechualla unternommen, das nur zu Fuss erreichbar ist. In dem kleinen Ort mitten im Canyon leben nur eine Handvoll Leute. Diese bauen Früchte an und stellen Weine her, die Sie dann auf Eseln nach Cotahuasi transportieren und da verkaufen. Auf dem Weg dahin kommt man an den Sipia Wasserfällen und einem ganzen Wald aus Kakteen vorbei. Es war unglaublich ruhig, entspannt und eindrücklich.

Mittlerweile sind wir zurück in Arequipa wo wir dem Camper (und uns) eine Wäsche gönnen bevor wir nächste Woche nach Cusco weiterfahren.

Titicacasee
Titicacasee
Titicacasee
Copacabana
Titicacasee
Titicacasee
Titicacasee
nähe Arequipa
Sternenhimmel in Cotahuasi
Cotahuasi
Cotahuasi
Cotahuasi
Cotahuasi
Cotahuasi
Cotahuasi Canyon
Sipia Wasserfälle
Cotahuasi Canyon
Cotahuasi Canyon
Cotahuasi Canyon
Cotahuasi Canyon
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Salzwüsten, Fahrradtouren und Dschungelfieber

Ronny | 22. Juni 2010
  • Ort: La Paz, Bolivien

Von Arica in Chile sind wir direkt rein ins Chaos von La Paz gefahren. Genauer gesagt in die Zona Sur ins Hotel Oberland, das vom Schweizer Walter geführt wird und einen prima Innenhof für Fahrzeugreisende anbietet. Die Fahrt von El Alto rein in den Talkessel von La Paz war ziemlich spektakulär. Die Stadt ist ein riesiges Chaos; Ampeln dienen nur zur Dekoration, das Dauergehupe der Autofahrer hat man bereits nach 3 Minuten aus seinem Gehörfeld eliminiert und orientierungsmässig ist Buenos Aires dagegen wie ein Kinderspielplatz.

Valeska ist nach ein paar Tagen in ein Hostel gezogen, um etwas mehr im Zentrum zu sein und ich hab mich mit Ngaire aus Neuseeland in Potosi verabredet um gemeinsam die Tour in der Salzwüste von Uyuni zu machen. Etwa in Potosi hat auch meine fast einen Monat anhaltende Magenverstimmung angefangen. Ich hatte während meinem ganzen Monat in Bolivien mehr oder weniger durchgehend Probleme mit meinem Magen. Auf jeden Fall sind Ngaire und ich zusammen nach Uyuni gefahren und haben da eine 3 Tagestour durch die Salzwüste und zu all den Lagnunen und Geysiren gemacht.

Danach gings direkt über die unglaublich schlechten Strassen Boliviens zurück nach La Paz. Diesmal habe ich das Auto nur im Hotel Oberland deponiert und mir ein Zimmer in einem Hostel im Zentrum gebucht. Das Oberland ist einfach zu weit weg, wenn man sich mehrheitlich im Zentrum von La Paz aufhalten will. Der öffentliche Verkehr ist zwar billig, aber auch langsam und kompliziert, sodass ich bei meinem ersten Aufenthalt in La Paz jeweils soviel Geld für Taxis ausgegeben hatte, dass ich mir geradesogut ein Hostel leisten kann.

Von La Paz aus habe ich zusammen mit Ngaire dann auch die obligatorische Downhillfahrt auf der Death-Road gemacht. Das ist die alte Strasse von La Cumbre (ca. 4400m) nach Coroico (1300m). Die Strasse ist zu 80% Schotterpiste und neben der Strasse gehts direkt ohne Leitplanke bis zu 350 Meter in die Tiefe. Das war wirklich mal ein aufregendes Erlebnis. Offenbar sterben auf der Strasse jährlich etwa 15 Biker. Meiner Einschätzung nach muss man aber da richtig besoffen oder ohne Bremsen runterheizen, damit man da sterben kann. Es war zwar aufregend, aber als Fussgänger durch La Paz zu laufen ist mindestens genauso gefährlich.

Da Ngaire ein paar Freunde aus Neuseeland treffen wollte, bin ich alleine mit dem Bus von La Paz nach Rurrenabaque im Amazonasbecken gefahren. Diese Strasse war ungefähr dasselbe wie die Deathroad; 2 meter Breit, mit Gegenverkehr und tiefen Abgründen direkt neben der Strasse – ohne Leitplanken natürlich, allerdings in einem alten, bolivianischen Bus. Ich hatte den Fensterplatz auf der richtigen seite und konnte jeweils direkt am Rad vorbei in die Tiefe schauen. Allerdings sind die Bolivianer die wohl besten Busfahrer der Welt und die ganze Reise verlief ohne Zwischenfälle.

Rurrenabaque ist ein kleines Dorf am Fluss Beni und quasi das Sprungbrett für Ausflüge in die Pampas und den Madidi Nationalpark. Zusammen mit Kanada und Italien (ich weiss die Namen nicht mehr, wir haben uns jeweils mit den Ländernamen angesprochen) sind wir für 4 Tage in den Dschungel gegangen. Wir haben eine Tour gesucht, ohne Eco Lodge und Köchin. Wir wollten mit Zelt und Machete ein paar Tage durch den Dschungel laufen und sind schliesslich bis zum Cerro Brujo und zurück gelaufen. Die Nächte im Dschungel waren sensationell. Es ist stockdunkel, man sieht nichts, aber gar nichts. Dafür hört man all die Tiere, die ums Camp herumschleichen. Eine gute Ladung Adrenalin.

Da die Busfahrt so holprig, lang und unbequem war habe ich mich entschieden die Rückreise nach La Paz bequem und schnell mit dem Flieger anzutreten. Das dauerte nur 45 Minuten und war mit 60US$ immernoch ziemlich günstig.

Nachdem ich zurück in La Paz war und nicht genau wusste wie’s weitergeht, habe ich mich für etwas Urlaub entschieden. Ich mach jetzt WM- Pause in Buenos Aires und fliege Ende Juli wieder zurück nach La Paz. Bis dann

HOPP SCHWIIZ!!!!

Death Road
Death Road
La Paz
La Paz
Potosi
Potosi
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Uyuni
Rurrenabaque
Rurrenabaque
Rurrenabaque
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Bolivien, la paz, rurrenabaque, uyuni
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von Salta nach Chile

Ronny | 17. Mai 2010
  • Ort: Arica, Chile

Mit neuen Reifen und neuen Bremsen haben wir uns von Salta aus aufgemacht  in die Provinz Jujuy, genauer gesagt nach Humahuaca. Die Fahrt war wiedermal super abwechslungsreich. Saftige grüne Wälder, ausgetrocknete Flussbetten, trockene Täler und Berge in allen möglichen Farben. Im Hostel in Humahuaca gab es erstmal eine Überraschung: Livia, die kleine Schwester einer alten Schulfreundin und ihr Freund waren ebenfalls in Humahuaca. Unglaublich, wie klein die Welt manchmal zu sein scheint…
Ausserdem habe ich dort Juanjo und Nico kennengelernt, die in Yala, etwas weiter südlich ein Hostel betreiben. Schliesslich sind wir zu sechst von Humahuacanach Yala gefahren und da nochmal zwei Nächte geblieben, bevor wir den Paso de Jama nach Chile in Angriff nahmen. Juanjo entschied sich spontan, mit nach Chile zu kommen. Die Fahrt nach San Pedro war atemberaubend. Vorbei an mehreren Salzseen, trockenen Tälern und  Mondlandschaften fuhren wir bis auf 4400 Meter über Meer, um schliesslich die Grenze zu Chile zu überqueren. Wir haben sogar noch ein letztes mal die Ruta 40 gekreuzt.

In San Pedro de Atacama haben wir drei Nächte verbracht. Wir versuchten uns mit Sandboarden, was allerdings ziemlich in die Hose ging. Auf dem Weg zu den Sanddünen blieb ich mit der Karre in der sandigen Strasse stecken. Während Juanjo sich zu Fuss auf den Weg nach San Pedro machte, um Hilfe zu holen, versuchten Valeska und ich uns mit Sandboarden. Fazit: Anstrengender Aufstieg für eine langsame und viel zu kurze Fahrt auf dem Sand. Schliesslich kam Juanjo zusammen mit einem Päärchen aus dem Vallis mit einem umgebauten Pinzgauer, welches wir schon am Tag davor getroffen haben zurück. Mit Hilfe deren Sandbleche, konnten wir den Wagen Meter um Meter vorwärts bewegen und nach einer halben Ewigkeit hatten wir endlich wieder feste Strasse unter dem Auto.

Von San Pedro aus fuhren wir in einem anstrengenden Tag durch die Atacamawüste bis an die Pazifikküste und via Iquique nach Arica, der letzten Stadt vor der peruanischen und bolivianischen Grenze. Von hier aus kann ich über die neu asphaltierte Strasse nach La Paz, der höchsten Hauptstadt der Welt fahren. Zufälligerweise findet aber genau jetzt in Arica die Bodyboard Meisterschaft statt, weshalb wir uns entschieden haben, noch mindestens über das Wochenende in Chile zu bleiben. Bolivien rennt ja nicht weg und ausserdem weiss ich noch nicht genau, wo in La Paz ich mein Auto sicher parkieren kann. Ich kriege hoffentlich in den nächsten Tagen den Kontakt zu Jessys Familie in La Paz. In Bolivien werd ich mich wieder mit dem Rucksack auf die Socken machen und das Auto für ein paar Wochen stehen lassen.

Anfangs hatte ich geplant, ein bis zwei Monate in Argentinien zu verbringen. Am Schluss wurden daraus fast 5 Monate. Bis auf die Provinzen Chaco, Formosa und La Pampa habe ich sämtliche Provinzen durchquert und Argentinien hat mir so gut gefallen, dass ich mir sogar vorstellen kann, dort einmal zu leben. Aber Bolivien, Peru und vor allem Kolumbien sollen ja absolut genial sein und ich bin gespannt, wie es mir da so gefällt…

Humahuaca
Humahuaca
Humahuaca
Yala
Paso de Jama
Salinas Grande
Paso de Jama
Paso de Jama
San Pedro de Atacama
San Pedro de Atacama
San Pedro de Atacama
Arica
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die RN40 nach Salta (Adios Amigo)

Ronny | 5. Mai 2010
  • Ort: Salta, Argentinien

Ich hab schon länger nichts mehr geschrieben, und es ist viel passiert. Darum gibts jetzt eine Schnell-Version der letzten Wochen…

Zuersteinmal das wichtigste und übelste: Adàn ist nicht mehr dabei :-( Er ist vor ein paar Tagen aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Hause geflogen. Ohne ihn wird die Reise nicht mehr dieselbe sein. Seit ich mit dem Auto unterwegs bin hatte ich Adàn mit an Bord und durch diese unerwartete Wende ist meine Stimmung etwas getrübt.

Immerhin hatten wir die letzten paar Tage nochmal eine geile Zeit. Zusammen mit seinem Bruder Zoilo sind wir nach Rosario gefahren, und uns auf die Suche nach Gas gemacht. Der Gashändler Pablo war so fasziniert von unserer Reise, dass er uns den Tank gratis gefüllt und uns in sein Wochenendhaus auf einer Insel im Rio Parana eingeladen hat. Da gabs ein Fisch-Asado mit Fischen aus dem Fluss und eine Menge Bier.
Ohne Adàn, dafür mit Valeska aus Deutschland ging es dann weiter nach Cordoba, wo wir zwei unspektakuläre Tage verbrachten. Von Cordoba aus fuhren wir über ein kleines Gebirge von Tanti nach Villa Dolores und dann über San Luis nach Mendoza.

In Mendoza traf ich wieder auf die gute alte Ruta National 40 (RN40). Mein Auto ist für mich ja quasi auf dieser Strasse zur Welt gekommen, denn die RN40 war die erste Strasse, die ich gefahren bin, von Bariloche nach El Bolson bei KM1900. In Mendoza sind wir bereits irgendwo um KM3000. Nach einem Abstecher nach Puente del Incas von wo aus man eine herrliche Sicht auf den Aconcagua, den mit 6962 Metern über dem Meeresspiegel her höchste Berg ausserhalb des Hialayas ist, fuhren wir nach Norden. Was danach folgte waren wohl die schönsten 1500 Kilometer, die ich je gefahren bin. Wir sind die ganze Ruta 40 bis nach Cachi bei KM4500 hochgefahren. Die Landschaft war atemberaubend. Wüsten, Steppen, Bergpässe, grüne Täler, und Landschaften die an andere Welten erinnern.

Mittlerweile sind Valeska und ich in Salta angekommen. Hier gibts nach den fast 3000 Kilometern seit Buenos Aires erstmal eine Pause. Ich will mir vor Bolivien noch neue Reifen kaufen und die Bremsen sollten auch mal gecheckt werden. Wenns irgendwie geht, versuche ich noch einen Satz Bremsklötze aufzutreiben. Als nächstes erkunde ich die Gegend um Humahuaca in der Provinz Jujuy bevor ich dann über den Paso de Jama (4200m) nach San Pedro de Atacama nach Chile fahr.

Rosario
Rosario
Rosario
near Cordoba
Aconcagua
Andes
Aconcagua
Puente del Incas
RN40
RN40
RN40
RN40
RN40
RN40
RN40
Cafayate
Cafayate
Quebrada de las Conchas
Quebrada de las Conchas
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Uruguay, mehr als nur eine Provinz Argentiniens

Ronny | 9. April 2010
  • Ort: Colonia de Sacramento, Uruguay

Als wir von der Fähre fahren, müssen wir uns zuerst um die Einreise des Autos kümmern. Einmal mehr muss ich den Beamten meine falschen Dokumente zeigen, und ein Formular ausfüllen. Der Wagen wird überhaupt nicht durchsucht und 10 Minuten später sind wir offiziell eingereist.
Nachdem mir alle Argentinier gesagt haben, Uruguay sei bloss eine weitere Provinz Argentiniens (psssst) war ich gespannt, was uns in dem kleinen Land mit 3.5 Millionen Einwohnern erwartet. Der Erste Eindruck war: viel sauberer, ruhiger und organisierter als Argentinien, aber auch doppelt so teuer. Einmal volltanken kostete uns 2′500 Pesos! Der Sprit hier ist fast so teuer wie in der Schweiz!

Den ersten Tag verbrachten wir in Colonia de Sacramento, einem kleinen aber hübschen Nest am Rio de la Plata. Die Strassen sind mit schattenspendenden Bäumen gesäumt, die Fussgänger haben Vortritt (im Gegensatz zu Argentinien), Lastwagenfahrer machen einem Platz zum Überholen und die Strassen sind super! Am Rio de la Plata kann man am Horizont die Skyline von Buenos Aires sehen.
Über Couchsurfing mache ich einen Kontakt 40km ausserhalb von Colonia in Juan de Lacaze. Juan wohnt dort auf einer Farm, mitten im nirgendwo aber mit eigenem Strand am Meer. Auf seinem Couchsurfing Profil gibt er die maximale Anzahl von Couchsurfing Gästen mit 99 an und als wir ankommen, weilen noch 5 weitere Couchsurfer von Argentinien, Chile und Deutschland auf seiner Farm und geniessen die Sonne an seinem Privatstrand! Wir haben einmal mehr ein unglaublich freundliches Erlebnis mit Couchsurfing Mitgliedern und bleiben gleich einen Tag länger als geplant.

Wir entscheiden uns, direkt an einem Stück die gut 400Km bis nach Punta del Diablo zu fahren und dann gemütlich der Küste entlang zurückzureisen. Die Strassen sind zwar gut, aber kosten ihren Spass. Insgesamt haben wir in Uruguay etwa 500 Pesos in Strassengebühren bezahlt. Am Abend und in strömendem Regen erreichen wir Punta del Diablo. Wir suchen uns einen schönen Platz direkt am Meer und verbringen da die Nacht. Am nächsten Morgen tummeln sich dutzende Surfer in den Wellen am Strand. Diverse Leute sitzen, stehen und laufen am Strand herum und beobachten die Surfer. Die Saison ist eigentlich schon vorüber, darum wirkt das Nest mit seinen knapp 1000 Einwohnern etwas verlassen. Trotzdem bleiben wir 2 Tage bevor wir der Küste entlang gemütlich zurückfahren. Unseren nächsten Spot finden wir wiederum in einem kleinen Nest direkt am Meer. Hier scheinen die wohlhabenden Leute aus Argentinien, Brasilien und Uruguay ihre Feriendomizile zu haben. Die Häuser sind alle neu, modern mit Sicht auf das Meer und den Strand. Wir bleiben wiederum 2 Nächte und fahren dann bis nach Punta del Este auch bekannt als das Saint Tropez von Südamerika. Schon von weitem sieht man die neuen und modernen Hochhäuser mit den Appartements. Da das Zentrum sich auf einer Halbinsel befindet, gibts auf beiden Seiten der Stadt einen Strand. Einen mit Morgensonne und einen für die Nachmittagssonne. Punta del Este ist, auch ausserhalb der Hochsaison, noch teurer als der Rest von Uruguay. Wir beziehen ein Hostel, da wir schon länger nicht mehr geduscht haben, verbringen aber den ganzen Abend im Wagen, da man im Hostel weder Rauchen noch mitgebrachten Alkohol trinken darf. Und wir haben schliesslich einen ganzen Kühlschrank voll mit kaltem Bier.

Am nächsten Tag verlassen wir das teure Punta del Este und fahren gemütlich zurück nach Colonia de Sacramento. In Piriapolis machen wir einen kurzen Badestopp am Strand und fahren dann via Montevideo zurück. Wir parken den Wagen über Nacht wieder an einem schönen Platz direkt am Rio de la Plata in der Nähe eines Cafes. Das erste, was wir am morgen nämlich jeweils brauchen ist ein Kaffee und eine Toilette. Nachdem obligatorischen Kaffee und Toilettenbesuch am nächsten Morgen verweilen wir den ganzen Tag in Colonia, buchen ein Ticket für die Fähre nach Buenos Aires, wechseln unsere letzten Pesos und um 7 Uhr Abends endet unsere Reise durch Uruguay mit einem fantastischen Sonnenuntergang und der Sicht auf Buenos Aires am Horizont.

Das Fazit: Uruguay ist auf jeden Fall einen Besuch wert und auf jeden Fall mehr als nur eine Provinz Argentiniens. Abgesehen von der Sprache und der Tatsache, dass hier auch alle Mate trinken haben die zwei Länder nicht allzuviel gemeinsam. Die Leute sind noch entspannter als in Argentinien, vorallem im Vergleich zum hektischen Buenos Aires und alles ist etwas teurer, dafür auch schöner, sauberer und besser organisiert. Doch jetzt wird es langsam aber sicher Zeit, nach Norden aufzubrechen, es gibt noch viel zu sehen und die Zeit verfliegt so unglaublich schnell… Nächster Stop: Rosario!

Colonia de Sacramento
Colonia de Sacramento
Colonia de Sacramento
Colonia de Sacramento
Colonia de Sacramento
Juan's Beach
Juan's Beach
Juan's Beach
Juan's House
Punta del Diablo
Punta del Diablo
Punta del Diablo
Uruguay
Uruguay
Punta del Este
Punta del Este
Punta del Este
Piriapolis
Ferry to Buenos Aires
Sunrise in Colonia
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