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Das Beste aus einem Jahr Südamerika

Heute vor genau einem Jahr hab ich mein Zuhause verlassen. cosmopolitan.co.uk Aus der geplanten Weltreise wurde eine ausgedehnte Südamerika-Reise. Deshalb hier ein paar Fotos mit den Highlights aus einem Jahr Reisen wie London, Buenos Aires, Iguazu Wasserfälle, die Halbinsel Valdes, Ushuaia, den Perito Moreno Gletscher, den Roadtrip mit Adan, den Salar de Uyuni, Machu Picchu oder die Küste Ecuadors.

Vielen Dank an alle die mich unterstützt und dazu beigetragen haben, dass ich hier ein fantastisches Jahr verbringen konnte. Und es geht noch weiter!!

Uruguay, mehr als nur eine Provinz Argentiniens

Als wir von der Fähre fahren, müssen wir uns zuerst um die Einreise des Autos kümmern. Einmal mehr muss ich den Beamten meine falschen Dokumente zeigen, und ein Formular ausfüllen. Der Wagen wird überhaupt nicht durchsucht und 10 Minuten später sind wir offiziell eingereist.
Nachdem mir alle Argentinier gesagt haben, Uruguay sei bloss eine weitere Provinz Argentiniens (psssst) war ich gespannt, was uns in dem kleinen Land mit 3.5 Millionen Einwohnern erwartet. Der Erste Eindruck war: viel sauberer, ruhiger und organisierter als Argentinien, aber auch doppelt so teuer. Einmal volltanken kostete uns 2’500 Pesos! Der Sprit hier ist fast so teuer wie in der Schweiz!

Den ersten Tag verbrachten wir in Colonia de Sacramento, einem kleinen aber hübschen Nest am Rio de la Plata. Die Strassen sind mit schattenspendenden Bäumen gesäumt, die Fussgänger haben Vortritt (im Gegensatz zu Argentinien), Lastwagenfahrer machen einem Platz zum Überholen und die Strassen sind super! Am Rio de la Plata kann man am Horizont die Skyline von Buenos Aires sehen.
Über Couchsurfing mache ich einen Kontakt 40km ausserhalb von Colonia in Juan de Lacaze. Juan wohnt dort auf einer Farm, mitten im nirgendwo aber mit eigenem Strand am Meer. Auf seinem Couchsurfing Profil gibt er die maximale Anzahl von Couchsurfing Gästen mit 99 an und als wir ankommen, weilen noch 5 weitere Couchsurfer von Argentinien, Chile und Deutschland auf seiner Farm und geniessen die Sonne an seinem Privatstrand! Wir haben einmal mehr ein unglaublich freundliches Erlebnis mit Couchsurfing Mitgliedern und bleiben gleich einen Tag länger als geplant.

Wir entscheiden uns, direkt an einem Stück die gut 400Km bis nach Punta del Diablo zu fahren und dann gemütlich der Küste entlang zurückzureisen. Die Strassen sind zwar gut, aber kosten ihren Spass. Insgesamt haben wir in Uruguay etwa 500 Pesos in Strassengebühren bezahlt. Am Abend und in strömendem Regen erreichen wir Punta del Diablo. Wir suchen uns einen schönen Platz direkt am Meer und verbringen da die Nacht. Am nächsten Morgen tummeln sich dutzende Surfer in den Wellen am Strand. Diverse Leute sitzen, stehen und laufen am Strand herum und beobachten die Surfer. Die Saison ist eigentlich schon vorüber, darum wirkt das Nest mit seinen knapp 1000 Einwohnern etwas verlassen. Trotzdem bleiben wir 2 Tage bevor wir der Küste entlang gemütlich zurückfahren. Unseren nächsten Spot finden wir wiederum in einem kleinen Nest direkt am Meer. Hier scheinen die wohlhabenden Leute aus Argentinien, Brasilien und Uruguay ihre Feriendomizile zu haben. Die Häuser sind alle neu, modern mit Sicht auf das Meer und den Strand. Wir bleiben wiederum 2 Nächte und fahren dann bis nach Punta del Este auch bekannt als das Saint Tropez von Südamerika. Schon von weitem sieht man die neuen und modernen Hochhäuser mit den Appartements. Da das Zentrum sich auf einer Halbinsel befindet, gibts auf beiden Seiten der Stadt einen Strand. Einen mit Morgensonne und einen für die Nachmittagssonne. Punta del Este ist, auch ausserhalb der Hochsaison, noch teurer als der Rest von Uruguay. Wir beziehen ein Hostel, da wir schon länger nicht mehr geduscht haben, verbringen aber den ganzen Abend im Wagen, da man im Hostel weder Rauchen noch mitgebrachten Alkohol trinken darf. Und wir haben schliesslich einen ganzen Kühlschrank voll mit kaltem Bier.

Am nächsten Tag verlassen wir das teure Punta del Este und fahren gemütlich zurück nach Colonia de Sacramento. In Piriapolis machen wir einen kurzen Badestopp am Strand und fahren dann via Montevideo zurück. Wir parken den Wagen über Nacht wieder an einem schönen Platz direkt am Rio de la Plata in der Nähe eines Cafes. Das erste, was wir am morgen nämlich jeweils brauchen ist ein Kaffee und eine Toilette. Nachdem obligatorischen Kaffee und Toilettenbesuch am nächsten Morgen verweilen wir den ganzen Tag in Colonia, buchen ein Ticket für die Fähre nach Buenos Aires, wechseln unsere letzten Pesos und um 7 Uhr Abends endet unsere Reise durch Uruguay mit einem fantastischen Sonnenuntergang und der Sicht auf Buenos Aires am Horizont.

Das Fazit: Uruguay ist auf jeden Fall einen Besuch wert und auf jeden Fall mehr als nur eine Provinz Argentiniens. Abgesehen von der Sprache und der Tatsache, dass hier auch alle Mate trinken haben die zwei Länder nicht allzuviel gemeinsam. Die Leute sind noch entspannter als in Argentinien, vorallem im Vergleich zum hektischen Buenos Aires und alles ist etwas teurer, dafür auch schöner, sauberer und besser organisiert. Doch jetzt wird es langsam aber sicher Zeit, nach Norden aufzubrechen, es gibt noch viel zu sehen und die Zeit verfliegt so unglaublich schnell… Nächster Stop: Rosario!

back to Buenos Aires

Von Mar del Plata aus sind wir über die Autopista nach Buenos Aires gefahren. Glücklicherweise war besagter Tag ein Feiertag in Argentinien und somit konnten wir unsere ersten Erfahrungen mit einem Auto in der Grossstadt Buenos Aires mit nur wenig Verkehr machen. Es war eigentlich ziemlich einfach, da die Strassen hier alle Schachbrettartig angeordnet sind. Trotzdem sind die meisten Strassen hier Einbahnstrassen und wenn immer man rechts abbiegen will, geht das gerade nicht. Somit fährt man halt seine Runden um die Blocks bis man endlich von der richtigen Seite aus in die gewünschte Strasse einbiegen kann. Den Wagen haben wir im Hafenquartier Puerto Mader parkiert, da gibts feine Hostels und Polizei an jeder Ecke. Wir haben ein sicheres Gefühl, als wir den Wagen parkieren und uns im Sabatico Hostel einquartieren.

Am nächsten Tag ging es zuerst ins Büro von DHL, um die nötigen Papiere abzuholen. Schliesslich wartet seit über einem Monat ein Paket am Zoll auf mich. Wegen der bescheuerten Idee Aromat mitzuschicken wurde das Paket am Zoll aufgehalten. Wieauchimmer, diesmal ist der Verkehr unglaublich. Es gibt kein Vorwärtskommen, alle Hupen und schreien herum und wir brauchen eine gute halbe Stunde vom Puerto Madero bis zur Autobahn, die zum Flughafen führt. Am Terminal de Cargas angekommen fühlen wir uns wie in einem Comedi Sketch: Zuerst ins Büro 1 um den Pass vorzuweisen und die Zollpapiere zu erhalten, danach schickt man uns ins Büro 2. Dort erhalten wir ein weiteres Dokument, welches wir in Büro 3 unterschreiben lassen müssen. Danach zurück zum Start: Die Dame in Büro eins drückt einen weiteren Stempel auf das Papier und wir bezahlen etwa 200 Pesos. Mit der Quittung gehts zurück ins Büro 3 um eine weitere Unterschrift einzuholen. Danach wiederum ins Büro 2, ein neues Dokument abholen, mit welchem wir in Büro 3 wieder 450 Pesos bezahlen müssen: 36 Tage Lagergebühr. Mit der Dame aus Büro 2 gehen wir endlich in den Paketraum, wo das Paket geöffnet wird. Nachdem wir die Dame überzeugt haben, dass Aromat keine Droge ist, können wir wieder zurück ins Büro 1 um endlich das Abholdokument zu erhalten. Nach 90 Minuten haben wir das Paket endlich in der Hand und können verschwinden. Mit zwei Dosen Aromat, einer Tube Elmex, einem Rodrigo y Gabriela Tshirt (Danke Marie!!!) und meinen neuen falschen Nummernschildern fahren wir zurück nach Buenos Aires und parken den Wagen direkt vor dem Hilton Hotel in Puerto Madero.

Am nächsten Tag sind wir bei Leo, einem Freund von Adan eingeladen. Er holt uns am Hafen ab um uns den Weg zu seinem Haus in Lomas de Zamora zu zeigen. Beim Wagen angekommen mussten wir feststellen, dass mir jemand das Nummernschild vorne geklaut hat! Welcher Idiot klaut ein falsches Schweizer Nummernschild in Buenos Aires?? Zum Glück war es noch das alte, selbstgebalstelte Schild. Wir legen unser brandneues Schild aus der Schweiz hinter die Windschutzscheibe und fahren zu Leo.

Es ist ein herrlicher Abend. Leo hat diverse Marijuana Pflanzen in seinem Garten. Eine über 2 Meter gross und mindestens nochmals 2 Meter im Durchmesser. Ein riesiger Busch!! Wir haben einen super Abend mit einem Asado, Gitarrenmusik und viel Bier. Am nächsten Tag wollen wir weiter bis nach Tigre fahren um dann etwas weiter nördlich die Grenze nach Uruguay zu überqueren. Schliesslich muss Adan spätestens morgen ausreisen, da sein Visum abläuft. Wir verabschieden uns von Leo und parken in der Nähe von Tigre.
Als wir am nächsten morgen losfahren hören wir nach etwa 15 Minuten das Geräusch von Metall. Wir haben den Bolzen am Stossdämpfer, den wir schon 2mal repariert haben endgültig verloren. Auf der Strasse können wir das Teil nirgends finden und so landen wir wiedermal bei einem Mechaniker, der uns sagt, dass es schwierig bis unmöglich wird einen solchen Dämpfer in Argentinien zu finden. Ja, mit einem importierten Fahrzeug wirds immer schwierig mit Ersatzteilen. Er zeigt uns eine Strasse in Buenos Aires, voll mit Ersatzteilhändlern. Wenn es das Ersatzteil rgendwo gibt, dann in Buenos Aires. Also fahren wir vorsichtig zurück in die Hauptstadt und beginnen mit der Suche nach einem passenden Stossdämpfer. Als wir nach zwei Stunden immer noch nichts gefunden haben, rufen wir erneut Leo an, der uns gleich anbietet, das Problem bei einem befreundeten Mechaniker anzuschauen. Also fahren wir zurück nach Lomas.
Der Mechaniker baut den Dämpfer aus und sagt, es wäre schade das Ding zu ersetzen. Schliesslich sei nur das Gewinde abgebrochen und der Dämpfer selber sei noch in einem guten Zustand. Für laue 50 Pesos schweisst er uns eine Schraube an den Dämpfer und baut das Teil wieder ein! Nach 30 Minuten sind wir wieder am Start. Unglaublich, wie schnell alles klappt, wenn man jemanden vor Ort hat, der sich auskennt! Wir verbringen eine weitere Nacht in Leos Haus und buchen ein Ticket für die Autofähre nach Uruguay. Wir können uns keine weitere Verzögerung mehr leisten. Eine Stunde, bevor Adans Visum abläuft legt die Fähre ab für die 3 Stündige Überquerung des Rios de la Plata nach Colonia de Sacramento in Uruguay…