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wieder in Zürich

… ja tatsächlich. Ich bin wieder daheim. Nachdem aus dem Job in den Bahamas trotz Zusage nichts geworden ist, mir das Geld ausging und Arbeiten in Argentinien keine wirkliche Option war habe ich mich kurzerhand entschlossen wieder nach Zürich zu fliegen.

Nun bin ich bereits seit etwa drei Wochen wieder in Zürich. Ich habe bereits einen Job und eine temporäre Unterkunft. Ende Juni gibts eine richtige Bleibe und als nächstes wird wieder an Servern und Netzwerken gewerkelt was das Zeug hält. In meinem neuen Job gibts viel Hardware, schnelles Internet und viel zu virtualisieren 🙂

Der Blog wird auch bald auf ein aktuelles WordPress aktualisiert, neu verpackt und dann gibts auch wieder technische Artikel für die Interessierten

Das Beste aus einem Jahr Südamerika

Heute vor genau einem Jahr hab ich mein Zuhause verlassen. cosmopolitan.co.uk Aus der geplanten Weltreise wurde eine ausgedehnte Südamerika-Reise. Deshalb hier ein paar Fotos mit den Highlights aus einem Jahr Reisen wie London, Buenos Aires, Iguazu Wasserfälle, die Halbinsel Valdes, Ushuaia, den Perito Moreno Gletscher, den Roadtrip mit Adan, den Salar de Uyuni, Machu Picchu oder die Küste Ecuadors.

Vielen Dank an alle die mich unterstützt und dazu beigetragen haben, dass ich hier ein fantastisches Jahr verbringen konnte. Und es geht noch weiter!!

von Bariloche nach Puerto Madryn

Ich bin nun seit über 100 Tagen in Argentinien und hab noch nicht annähernd genug von dem zweitgrössten Land Südamerikas. In den letzten Tagen haben wir über 1000 km zurückgelegt und sind einmal quer durch Patagonien nach Puerto Madryn an der Atlantikküste gefahren.

In Bariloche haben wir zwei alte Bekannte von Adan getroffen. Jona und Paula, zwei “Artesanos”, die sich durch den Verkauf von selbstgemachtem Schmuck und Armbändern über Wasser halten und von Stadt zu Stadt ziehen um Ihre Produkte am Markt zu verkaufen. Da die zwei auch nach Puerto Madryn wollten haben wir sie kurzerhand mitgenommen. Jona ist seit sage und schreibe 5 Jahren auf Achse und als er sein zu Hause in Buenos Aires verliess hatte er gerade mal 20 Argentinische Pesos (ca. 5 Franken) im Sack. Von Buenos Aires aus ist er durch das nördliche Argentinien, durch Bolivien nach Brasilien, über den Amazonas nach Manaus und von da aus nach Venezuela gereist. Dort hat er seine Freundin Paula kennengelernt und so sind die beiden wieder bis nach Argentinien gereist. Und das alles quasi ohne Geld. Unglaublich!

Von Bariloche aus sind wir zuerst bis zum Lago Epuyen gefahren, wo wir dann auch gleich 3 Nächte lang geblieben sind. Wir haben einen privaten Camping direkt am See gefunden der uns schlappe 5 Pesos pro Nacht gekostet hat. Danach fuhren wir nach Esquel und verliessen dann die Ruta 40 und nahmen die Ruta 25 nach Osten. Die Landschaft war atemberaubend und änderte sich ständig von kleinen Hügeln über felsige Schluchten, ausgeprägte Steppen und Tafelberge wie im Monument Valley. An einem Stausee am Rio Chubut machten wir über Nacht halt um am nächsten Tag weiter nach Trelew und von da aus nach Punta Tombo zu fahren wo es die grösste Kolonie von Magellan Pinguinen auf der ganzen Welt gibt.

Nun sind wir wieder in Puerto Madryn in der Nähe der Halbinsel Valdes wo wir hoffentlich bald ein paar Orkas zu Gesicht bekommen. Doch zuerst mussten wir uns heute um ein paar Kleinigkeiten am Auto kümmern. Wir haben die Bremsbeläge ersetzt, Harz und Glasfasern gekauft, um die verlixte Klappe auf dem Dach des Autos zu reparieren bevor der nächste Regen kommt und wiedermal jemanden gefunden, der uns illegal den Gastank aufgefüllt hat und sind nun bereit um auf die Orkas zu warten 🙂

Zürich – London – Sao Paulo – Buenos Aires

Der Abschied fiel schwer, sehr schwer. Meine Mama brachte mich in Zürich zum Flughafen und Marie begleitete uns. Mir machte noch immer die kurze Nacht von Freitag auf Samstag zu schaffen. Ich traf noch ein paar Freunde zu einem letzten gemeinsamen Abschiedstrunk im Revier. Unter Tränen und mit vielen Drinks habe ich mich von all meinen Freunden verabschiedet. Und nach etwa 3 Stunden Schlaf musste ich mich bereits wieder mühsam aus dem Schlaf kämpfen. Nachdem ich die Passkontrolle hinter mir hatte ging es mir allerdings entscheidend besser.

London ist irgendwie schräg. So richtige Freunde wurden die Stadt an der Themse und ich bis zuletzt nicht. Der öffentliche Verkehr ist völlig überlastet und extrem teuer. Ziemlich teuer war auch die Unterkunft im Generator Hostel in der Nähe vom Russell Square. Vom Essen mag ich lieber gar nicht erzählen. Es war gelinde gesagt widerlich.

Meine Ankunft versüsst und meine Einsamkeit gelindert hat Julie, die seit etwa zwei Jahren in London lebt. Wir haben uns zu einer Tasse Tee verabredet und uns etwas die Stadt angeschaut. London ist einfach riesig, aber sobald man versteht wie die U-Bahn, the Tube, funktioniert kommt man ziemlich schnell vorwärts. Allerdings sind die Wagen oft überfüllt. Ich hab mir sagen lassen, dass der durchschnittliche Londoner etwa eine Stunde Arbeitsweg hat, und man am morgen gut und gerne bis zum dritten Zug warten muss, bis man sich einen Platz ergattert. Die Gratis Zeitung titelte: “Overfilled tube turns Londoners into selfish animals”.

Ausserdem habe ich natürlich John getroffen, unseren ersten Couchsurfing Gast der von St. Louis mittlerweile nach London gezogen ist. Er hatte zwar wenig Zeit, aber trotzdem trug er einen guten Teil dazu bei, mich auf Moneygram point meine bevorstehende Reise vorzubereiten. Er empfahl mir, möglichst viele Couchsurfing Meetings zu besuchen und neue Kontakte zu knüpfen.

Am Montag Abend spielte Melanie Pain im Jazz Cafe in Camden Town. Da ich mir bereits im voraus einen Tischplatz auf dem Balkon reserviert hatte, konnte ich das Konzert mit erstklassiger Sicht auf die Bühne geniessen. So etwas wie das Jazz Cafe bräuchte es auch in Zürich. Ich war erstaunt, dass auch Rhazel oder Tori Amos dort spielen. Die Location ist zwar klein, aber sehr hübsch. Es gibt eine kleine Bühne, mehrere kleine Bars und einen Balkon mit Esstischen und Sofas. Kostet zwar eine Kleinigkeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Heute hab ich mir noch die obligatorischen Sehenswürdigkeiten Londons angeschaut. Das Parlamentsgebäude mit dem Big Ben, den Buckingham Palace und die Themse mit dem Eye of London und nicht zu vergessen den Camdon Town Market. Der “Change of the Guards” fand genau heute nicht statt, aber an diese Zeremonie mag ich mich noch erinnern, als wir vor etwa 10 Jahren mit den Eltern in London waren. Der Park vor dem Buckingham Palace war dafür voll von zutraulichen Eichhörnchen, Pelikanen und natürlich haufenweise Tauben.

Vor dem Abflug gabs noch einen Kaffee mit John, bevor ich mich zum Londoner Heathrow Airport begab wo ich jetzt für ein letztes teures Bier meine letzten Pounds ausgegeben habe. In 5 Minuten gehts zum Check in und in etwa 22 Stunden wartet Buenos Aires auf mich…

Buenos Aires

Der Flug nach Sao Paulo war eine Tortur. Hinter mir sass ein kleines Mädchen, das ich nach ein paar Stunden am liebsten draussen auf die Tragfläche des Flügels gesetzt hätte. Die ganze Zeit hat die rumgestänkert, mir von hinten in den Sitz getreten und mir so den Schlaf geraubt. Das Essen war natürlich miserabel, aber ich Vergleich zu London eigentlich ganz Okay 😉

In Sao Paulo hatte ich 8 Stunden auf den Anschlussflieger zu warten. Das Unterschätzt man relativ schnell. Im Prinzip heisst das einen ganzen Arbeitstag lang einfach nur warten. Essen und Trinken wird einem natürlich nur zu astronomischen Preisen verkauft und – ganz genau – das Essen war scheusslich. Immerhin stellte sich schnell heraus, dass ich nicht ganz der Einzige war, der auf seinen Anschlussflug warten musste und so konnte ich die Zeit gemeinsam mit Nora aus Deutschland totschlagen. Sie fährt für ein paar Wochen nach Buenos Aires und besucht ihren Bruder, der dort seit ein paar Jahren lebt. Wir sehen uns bestimmt mal noch auf ein Bier.

Nach gefühlten 4 Tagen am Flughafen in Sao Paulo konnten wir endlich an Bord gehen und nach gut zwei Stunden tauchte die Mega Metropole Buenos Aires unter uns am Boden aus. Aus der Luft sieht man erst wie riesengross diese Stadt ist. Hier Leben etwa doppelt so viele Menschen in einer Stadt wie in der Schweiz im ganzen Land!!

Zusammen mit Jonathan aus Deutschland, meinem potenziellen Reisepartner für die nächste Zeit, ging es gleich raus in die Stadt. Er ist bereits seit Sonntag hier und kennt sich bereits etwas aus. Mit der Subte (U-Bahn) gingen wir nach Palermo – das Ausgehviertel – auf ein paar Bier und Drinks. Alles ist unglaublich günstig und die Menschen sind ausserordentlich freundlich und gut gelaunt. Ziemlich gut getränkt kamen wir mitten in der Nacht zurück ins Hostel. Und da hatte ich etwa eine ganze Menge Schlaf aufzuholen.

Alles in Allem ein echt gelungener Start! Ich schlaf jetzt erst mal noch einen Tag lang….

Abschiedsparty, Umzug und noch 5 Tage Schweiz…

Fast ein Jahr lang habe ich jetzt darauf gewartet: Meine letzte Woche in der Schweiz. Monatelang habe ich geplant, gewartet, optimiert, gespart, gekauft und verkauft… Und jetzt, am kommenden Samstag breche ich meine Zelte zu Hause ab und ziehe hinaus in die grosse weite Welt. Langsam macht sich Nervosität breit; habe ich alles? Ist nichts untergegangen? Habe ich mich von allen verabschiedet? Ist auch in Notfällen alles vorbereitet? Dabei denke ich mir jeweils: Mann, jetzt hast du soooo lange daran rumgefeilt, du kannst gar nichts vergessen haben… wird schon schiefgehn.

Am Samstag habe ich meine alten und neuen Freunde, Mitarbeiter und Familienmitglieder im Acapulco zum feucht-fröhlichen Abschiedsfest zusammengetrommelt. Es war super! Die Leute kamen von da und dort, alle haben sich super verstanden, gefeiert und getrunken. An dieser Stelle nocheinmal herzlichen Dank für das zahlreiche Erscheinen!

Noch 5 Tage sind es jetzt. Meine Mama ist auch in die Schweiz gekommen, die werde ich diese Woche noch ein paar mal treffen. Mein restliches Hab und Gut wird verpackt und eingelagert. Die endgültige Ladung Gepäck wird vorbereitet und bereit gelegt. Und dann am Samstag morgen geht es nach London. Da werd ich noch meinen Couchsurfing-Freund John und eine alte Freundin besuchen. Ausserdem gibts am Montag noch ein kleines Konzert im Jazz Cafe. Das sollte genau der richtige Einstieg in die Reise bzw. Ausstieg aus dem Schweizer Alltag werden um dann ab Dezember auf der anderen Seite der Erde das Leben in die nächste Runde gleiten zu lassen…