Category Archives: Argentinien

Reise fertig, und doch noch nicht nach Hause…

427 Tage lang war ich unterwegs, habe knapp 26’000km mit dem Auto zurückgelegt, neun Länder besucht, aber trotz geplanter Weltreise habe ich es nicht über den Südamerikanischen Kontinent hinausgeschafft. Im Gegenteil, ich habe ich buchstäblich in den Kontinent, die Kultur und die Menschen hier verliebt. Ganz besonders in eine wahnsinnig hübsche, intelligente und liebenswerte Frau namens Fernanda.

Auf jeden Fall bleibe ich bis auf weiteres mit ihr in Buenos Aires. Die Überraschung war übrigens ein voller Erfolg 😉 Sie machte sich schon Gedanken ich würde gar nicht mehr zurückkomen. Jetzt bin ich wieder in der Grossstadt, voller Energie, Liebe und vielen Ideen was ich hier mit meiner Zeit anfangen und hoffentlich sogar zu Geld machen könnte. Nun werde ich mal klären, wie realistisch meine Möglichkeiten hier sind und wie sich meine vielen Ideen umsetzen lassen. Es hat für alle was dabei; Musiker, Reisende und daheimgebliebene.

In Zukunft wird es hier im Blog also wieder eher allgemeine und technische Beiträge geben. Natürlich werde ich auch über mein Leben in Buenos Aires berichten.

bleibt am Ball.

Das Beste aus einem Jahr Südamerika

Heute vor genau einem Jahr hab ich mein Zuhause verlassen. cosmopolitan.co.uk Aus der geplanten Weltreise wurde eine ausgedehnte Südamerika-Reise. Deshalb hier ein paar Fotos mit den Highlights aus einem Jahr Reisen wie London, Buenos Aires, Iguazu Wasserfälle, die Halbinsel Valdes, Ushuaia, den Perito Moreno Gletscher, den Roadtrip mit Adan, den Salar de Uyuni, Machu Picchu oder die Küste Ecuadors.

Vielen Dank an alle die mich unterstützt und dazu beigetragen haben, dass ich hier ein fantastisches Jahr verbringen konnte. Und es geht noch weiter!!

von Salta nach Chile

Mit neuen Reifen und neuen Bremsen haben wir uns von Salta aus aufgemacht  in die Provinz Jujuy, genauer gesagt nach Humahuaca. Die Fahrt war wiedermal super abwechslungsreich. Saftige grüne Wälder, ausgetrocknete Flussbetten, trockene Täler und Berge in allen möglichen Farben. Im Hostel in Humahuaca gab es erstmal eine Überraschung: Livia, die kleine Schwester einer alten Schulfreundin und ihr Freund waren ebenfalls in Humahuaca. Unglaublich, wie klein die Welt manchmal zu sein scheint…
Ausserdem habe ich dort Juanjo und Nico kennengelernt, die in Yala, etwas weiter südlich ein Hostel betreiben. Schliesslich sind wir zu sechst von Humahuacanach Yala gefahren und da nochmal zwei Nächte geblieben, bevor wir den Paso de Jama nach Chile in Angriff nahmen. Juanjo entschied sich spontan, mit nach Chile zu kommen. Die Fahrt nach San Pedro war atemberaubend. Vorbei an mehreren Salzseen, trockenen Tälern und  Mondlandschaften fuhren wir bis auf 4400 Meter über Meer, um schliesslich die Grenze zu Chile zu überqueren. Wir haben sogar noch ein letztes mal die Ruta 40 gekreuzt.

In San Pedro de Atacama haben wir drei Nächte verbracht. Wir versuchten uns mit Sandboarden, was allerdings ziemlich in die Hose ging. Auf dem Weg zu den Sanddünen blieb ich mit der Karre in der sandigen Strasse stecken. Während Juanjo sich zu Fuss auf den Weg nach San Pedro machte, um Hilfe zu holen, versuchten Valeska und ich uns mit Sandboarden. Fazit: Anstrengender Aufstieg für eine langsame und viel zu kurze Fahrt auf dem Sand. Schliesslich kam Juanjo zusammen mit einem Päärchen aus dem Vallis mit einem umgebauten Pinzgauer, welches wir schon am Tag davor getroffen haben zurück. Mit Hilfe deren Sandbleche, konnten wir den Wagen Meter um Meter vorwärts bewegen und nach einer halben Ewigkeit hatten wir endlich wieder feste Strasse unter dem Auto.

Von San Pedro aus fuhren wir in einem anstrengenden Tag durch die Atacamawüste bis an die Pazifikküste und via Iquique nach Arica, der letzten Stadt vor der peruanischen und bolivianischen Grenze. Von hier aus kann ich über die neu asphaltierte Strasse nach La Paz, der höchsten Hauptstadt der Welt fahren. Zufälligerweise findet aber genau jetzt in Arica die Bodyboard Meisterschaft statt, weshalb wir uns entschieden haben, noch mindestens über das Wochenende in Chile zu bleiben. Bolivien rennt ja nicht weg und ausserdem weiss ich noch nicht genau, wo in La Paz ich mein Auto sicher parkieren kann. Ich kriege hoffentlich in den nächsten Tagen den Kontakt zu Jessys Familie in La Paz. In Bolivien werd ich mich wieder mit dem Rucksack auf die Socken machen und das Auto für ein paar Wochen stehen lassen.

Anfangs hatte ich geplant, ein bis zwei Monate in Argentinien zu verbringen. Am Schluss wurden daraus fast 5 Monate. Bis auf die Provinzen Chaco, Formosa und La Pampa habe ich sämtliche Provinzen durchquert und Argentinien hat mir so gut gefallen, dass ich mir sogar vorstellen kann, dort einmal zu leben. Aber Bolivien, Peru und vor allem Kolumbien sollen ja absolut genial sein und ich bin gespannt, wie es mir da so gefällt…

die RN40 nach Salta (Adios Amigo)

Ich hab schon länger nichts mehr geschrieben, und es ist viel passiert. Darum gibts jetzt eine Schnell-Version der letzten Wochen…

Zuersteinmal das wichtigste und übelste: Adàn ist nicht mehr dabei 🙁 Er ist vor ein paar Tagen aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Hause geflogen. Ohne ihn wird die Reise nicht mehr dieselbe sein. Seit ich mit dem Auto unterwegs bin hatte ich Adàn mit an Bord und durch diese unerwartete Wende ist meine Stimmung etwas getrübt.

Immerhin hatten wir die letzten paar Tage nochmal eine geile Zeit. Zusammen mit seinem Bruder Zoilo sind wir nach Rosario gefahren, und uns auf die Suche nach Gas gemacht. Der Gashändler Pablo war so fasziniert von unserer Reise, dass er uns den Tank gratis gefüllt und uns in sein Wochenendhaus auf einer Insel im Rio Parana eingeladen hat. Da gabs ein Fisch-Asado mit Fischen aus dem Fluss und eine Menge Bier.
Ohne Adàn, dafür mit Valeska aus Deutschland ging es dann weiter nach Cordoba, wo wir zwei unspektakuläre Tage verbrachten. Von Cordoba aus fuhren wir über ein kleines Gebirge von Tanti nach Villa Dolores und dann über San Luis nach Mendoza.

In Mendoza traf ich wieder auf die gute alte Ruta National 40 (RN40). Mein Auto ist für mich ja quasi auf dieser Strasse zur Welt gekommen, denn die RN40 war die erste Strasse, die ich gefahren bin, von Bariloche nach El Bolson bei KM1900. In Mendoza sind wir bereits irgendwo um KM3000. Nach einem Abstecher nach Puente del Incas von wo aus man eine herrliche Sicht auf den Aconcagua, den mit 6962 Metern über dem Meeresspiegel her höchste Berg ausserhalb des Hialayas ist, fuhren wir nach Norden. Was danach folgte waren wohl die schönsten 1500 Kilometer, die ich je gefahren bin. Wir sind die ganze Ruta 40 bis nach Cachi bei KM4500 hochgefahren. Die Landschaft war atemberaubend. Wüsten, Steppen, Bergpässe, grüne Täler, und Landschaften die an andere Welten erinnern.

Mittlerweile sind Valeska und ich in Salta angekommen. Hier gibts nach den fast 3000 Kilometern seit Buenos Aires erstmal eine Pause. Ich will mir vor Bolivien noch neue Reifen kaufen und die Bremsen sollten auch mal gecheckt werden. Wenns irgendwie geht, versuche ich noch einen Satz Bremsklötze aufzutreiben. Als nächstes erkunde ich die Gegend um Humahuaca in der Provinz Jujuy bevor ich dann über den Paso de Jama (4200m) nach San Pedro de Atacama nach Chile fahr.

back to Buenos Aires

Von Mar del Plata aus sind wir über die Autopista nach Buenos Aires gefahren. Glücklicherweise war besagter Tag ein Feiertag in Argentinien und somit konnten wir unsere ersten Erfahrungen mit einem Auto in der Grossstadt Buenos Aires mit nur wenig Verkehr machen. Es war eigentlich ziemlich einfach, da die Strassen hier alle Schachbrettartig angeordnet sind. Trotzdem sind die meisten Strassen hier Einbahnstrassen und wenn immer man rechts abbiegen will, geht das gerade nicht. Somit fährt man halt seine Runden um die Blocks bis man endlich von der richtigen Seite aus in die gewünschte Strasse einbiegen kann. Den Wagen haben wir im Hafenquartier Puerto Mader parkiert, da gibts feine Hostels und Polizei an jeder Ecke. Wir haben ein sicheres Gefühl, als wir den Wagen parkieren und uns im Sabatico Hostel einquartieren.

Am nächsten Tag ging es zuerst ins Büro von DHL, um die nötigen Papiere abzuholen. Schliesslich wartet seit über einem Monat ein Paket am Zoll auf mich. Wegen der bescheuerten Idee Aromat mitzuschicken wurde das Paket am Zoll aufgehalten. Wieauchimmer, diesmal ist der Verkehr unglaublich. Es gibt kein Vorwärtskommen, alle Hupen und schreien herum und wir brauchen eine gute halbe Stunde vom Puerto Madero bis zur Autobahn, die zum Flughafen führt. Am Terminal de Cargas angekommen fühlen wir uns wie in einem Comedi Sketch: Zuerst ins Büro 1 um den Pass vorzuweisen und die Zollpapiere zu erhalten, danach schickt man uns ins Büro 2. Dort erhalten wir ein weiteres Dokument, welches wir in Büro 3 unterschreiben lassen müssen. Danach zurück zum Start: Die Dame in Büro eins drückt einen weiteren Stempel auf das Papier und wir bezahlen etwa 200 Pesos. Mit der Quittung gehts zurück ins Büro 3 um eine weitere Unterschrift einzuholen. Danach wiederum ins Büro 2, ein neues Dokument abholen, mit welchem wir in Büro 3 wieder 450 Pesos bezahlen müssen: 36 Tage Lagergebühr. Mit der Dame aus Büro 2 gehen wir endlich in den Paketraum, wo das Paket geöffnet wird. Nachdem wir die Dame überzeugt haben, dass Aromat keine Droge ist, können wir wieder zurück ins Büro 1 um endlich das Abholdokument zu erhalten. Nach 90 Minuten haben wir das Paket endlich in der Hand und können verschwinden. Mit zwei Dosen Aromat, einer Tube Elmex, einem Rodrigo y Gabriela Tshirt (Danke Marie!!!) und meinen neuen falschen Nummernschildern fahren wir zurück nach Buenos Aires und parken den Wagen direkt vor dem Hilton Hotel in Puerto Madero.

Am nächsten Tag sind wir bei Leo, einem Freund von Adan eingeladen. Er holt uns am Hafen ab um uns den Weg zu seinem Haus in Lomas de Zamora zu zeigen. Beim Wagen angekommen mussten wir feststellen, dass mir jemand das Nummernschild vorne geklaut hat! Welcher Idiot klaut ein falsches Schweizer Nummernschild in Buenos Aires?? Zum Glück war es noch das alte, selbstgebalstelte Schild. Wir legen unser brandneues Schild aus der Schweiz hinter die Windschutzscheibe und fahren zu Leo.

Es ist ein herrlicher Abend. Leo hat diverse Marijuana Pflanzen in seinem Garten. Eine über 2 Meter gross und mindestens nochmals 2 Meter im Durchmesser. Ein riesiger Busch!! Wir haben einen super Abend mit einem Asado, Gitarrenmusik und viel Bier. Am nächsten Tag wollen wir weiter bis nach Tigre fahren um dann etwas weiter nördlich die Grenze nach Uruguay zu überqueren. Schliesslich muss Adan spätestens morgen ausreisen, da sein Visum abläuft. Wir verabschieden uns von Leo und parken in der Nähe von Tigre.
Als wir am nächsten morgen losfahren hören wir nach etwa 15 Minuten das Geräusch von Metall. Wir haben den Bolzen am Stossdämpfer, den wir schon 2mal repariert haben endgültig verloren. Auf der Strasse können wir das Teil nirgends finden und so landen wir wiedermal bei einem Mechaniker, der uns sagt, dass es schwierig bis unmöglich wird einen solchen Dämpfer in Argentinien zu finden. Ja, mit einem importierten Fahrzeug wirds immer schwierig mit Ersatzteilen. Er zeigt uns eine Strasse in Buenos Aires, voll mit Ersatzteilhändlern. Wenn es das Ersatzteil rgendwo gibt, dann in Buenos Aires. Also fahren wir vorsichtig zurück in die Hauptstadt und beginnen mit der Suche nach einem passenden Stossdämpfer. Als wir nach zwei Stunden immer noch nichts gefunden haben, rufen wir erneut Leo an, der uns gleich anbietet, das Problem bei einem befreundeten Mechaniker anzuschauen. Also fahren wir zurück nach Lomas.
Der Mechaniker baut den Dämpfer aus und sagt, es wäre schade das Ding zu ersetzen. Schliesslich sei nur das Gewinde abgebrochen und der Dämpfer selber sei noch in einem guten Zustand. Für laue 50 Pesos schweisst er uns eine Schraube an den Dämpfer und baut das Teil wieder ein! Nach 30 Minuten sind wir wieder am Start. Unglaublich, wie schnell alles klappt, wenn man jemanden vor Ort hat, der sich auskennt! Wir verbringen eine weitere Nacht in Leos Haus und buchen ein Ticket für die Autofähre nach Uruguay. Wir können uns keine weitere Verzögerung mehr leisten. Eine Stunde, bevor Adans Visum abläuft legt die Fähre ab für die 3 Stündige Überquerung des Rios de la Plata nach Colonia de Sacramento in Uruguay…