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Das Beste aus einem Jahr Südamerika

Heute vor genau einem Jahr hab ich mein Zuhause verlassen. cosmopolitan.co.uk Aus der geplanten Weltreise wurde eine ausgedehnte Südamerika-Reise. Deshalb hier ein paar Fotos mit den Highlights aus einem Jahr Reisen wie London, Buenos Aires, Iguazu Wasserfälle, die Halbinsel Valdes, Ushuaia, den Perito Moreno Gletscher, den Roadtrip mit Adan, den Salar de Uyuni, Machu Picchu oder die Küste Ecuadors.

Vielen Dank an alle die mich unterstützt und dazu beigetragen haben, dass ich hier ein fantastisches Jahr verbringen konnte. Und es geht noch weiter!!

on the road again – vom Titikakasee zum Cotahuasi Cañon

Ich melde mich nach meiner WM Pause in Buenos Aires zurück. On the road again!

Da ich nach Bolivien vom Reisen etwas die Schnauze voll hatte und mich das Heimweh plagte habe ich mich entschlossen, die Karre in La Paz für ein paar Wochen zu parkieren und zu meinen argentinischen Freunden zurück nach Buenos Aires zu fliegen. Nicht zuletzt um da die WM mitzuverfolgen. Leider wurde aus allen meine Favoriten nichts, Argentinien verlor lausig gegen Deutschland, Ghana wurde absolut unfair von Uruguay aus der Meisterschaft gekickt und von der Schweiz brauchen wir gar nicht erst reden, die versagen sowieso jedesmal wenns ernst wird.

Wieauchimmer – auf jeden Fall hatte ich 6 Wochen lang eine Super Zeit in Buenos Aires mit guten Leuten, Fussball und entsprechend viel Bier 🙂
Ende Juli bin ich aber – mit neuer Reisefreude – zurück nach La Paz geflogen. Während meines letzten Aufenthaltes in La Paz habe ich Meurig aus Wales kennengelernt mit dem ich von Buenos Aires aus regelmässig Kontakt hatte. Seine Reise würde auch nach Peru führen, weshalb ich ihm angeboten habe mich ein Stück mit dem Camper zu begleiten. Gautier aus Frankreich hat sich auch gleich dazugesellt und somit sind wir Anfangs August zu dritt von La Paz aus losgefahren.

Unsere erste Station waren die Ruinen von Tiwanaku in Nord-Bolivien. Dies war ein ziemlicher Reinfall, da wir alle drei kein Geld für den Eintritt dabeihatten und es da weit und breit keinen Bankautomaten gibt. Meine Dollarreserven wurden zusammen mit meiner Sonnenbrille in La Paz im Hostel geklaut. Uns blieb nichts anderes übrig als zurück nach El Alto zu fahren wo wir aber direkt in Richtung Copacabana am Titicacasee abgebogen sind. Tiwanaku konnte uns mal da wos ständig dunkel ist.

Der Titicacasee ist der grösste See Südamerikas und gleichzeitig der höchste Schiffbare See der Welt und ist wahnsinnig schön. Am bolivianischen Grenzort Copacabana haben wir uns ein kleines altmodisches Segelboot gemietet und sind einen Tag lang auf dem See herumgesegelt.

Nach drei entspannten Tagen machten wir uns auf zur Peruanischen Grenze. Neues Land, neues Glück, neuer Spass. Der Grenzübertritt dauerte geschlagene drei Stunden. Nicht etwa weil die Beamten unser Fahrzeug gründlich durchsucht hätten, sondern weil – “no hay sistema” – deren Computersystem nicht funktionierte. Nach zweieinhalb Stunden haben sie dann endlich das Formular von Hand ausgefüllt und uns gehen lassen.

Am nächsten Tag erreichten wir Arequipa, die zweitgrösste Stadt Perus auf etwa 2300 Meter über Meer. Es war spürbar wärmer als auf den 3800 m. am Titicacasee und das Zentrum Arequipas ist ziemlich schön, allerdings sieht man als Selbstfahrer jeweils auch die hässlichen und armen Aussenbezirke dieser Städte. Da haben wir uns zwei Tage entspannt und machten uns dann auf zum knapp 400km entfernten Cotahuasi Cañon. Die Meisten Touristen hier besuchen den näher gelegenen und einfacher erreichbaren Colca Cañon, der auch ziemlich tief ist. Wir allerdings haben uns zum wohl tiefsten Canyon der Welt aufgemacht, über unbefestigte Strassen und absolut abseits vom Tourismus. Während der vier Tage in Cotahuasi und Umgebung haben wir gerade mal 3 Touristen gesehen. Der Canyon und das ganze Cotahuasi-Tal ist atemberaubend. Wir haben die thermalen Quellen in Luicho besucht und eine ganztägige Wanderung nach Quechualla unternommen, das nur zu Fuss erreichbar ist. In dem kleinen Ort mitten im Canyon leben nur eine Handvoll Leute. Diese bauen Früchte an und stellen Weine her, die Sie dann auf Eseln nach Cotahuasi transportieren und da verkaufen. Auf dem Weg dahin kommt man an den Sipia Wasserfällen und einem ganzen Wald aus Kakteen vorbei. Es war unglaublich ruhig, entspannt und eindrücklich.

Mittlerweile sind wir zurück in Arequipa wo wir dem Camper (und uns) eine Wäsche gönnen bevor wir nächste Woche nach Cusco weiterfahren.

Salzwüsten, Fahrradtouren und Dschungelfieber

Von Arica in Chile sind wir direkt rein ins Chaos von La Paz gefahren. Genauer gesagt in die Zona Sur ins Hotel Oberland, das vom Schweizer Walter geführt wird und einen prima Innenhof für Fahrzeugreisende anbietet. Die Fahrt von El Alto rein in den Talkessel von La Paz war ziemlich spektakulär. Die Stadt ist ein riesiges Chaos; Ampeln dienen nur zur Dekoration, das Dauergehupe der Autofahrer hat man bereits nach 3 Minuten aus seinem Gehörfeld eliminiert und orientierungsmässig ist Buenos Aires dagegen wie ein Kinderspielplatz.

Valeska ist nach ein paar Tagen in ein Hostel gezogen, um etwas mehr im Zentrum zu sein und ich hab mich mit Ngaire aus Neuseeland in Potosi verabredet um gemeinsam die Tour in der Salzwüste von Uyuni zu machen. Etwa in Potosi hat auch meine fast einen Monat anhaltende Magenverstimmung angefangen. Ich hatte während meinem ganzen Monat in Bolivien mehr oder weniger durchgehend Probleme mit meinem Magen. Auf jeden Fall sind Ngaire und ich zusammen nach Uyuni gefahren und haben da eine 3 Tagestour durch die Salzwüste und zu all den Lagnunen und Geysiren gemacht.

Danach gings direkt über die unglaublich schlechten Strassen Boliviens zurück nach La Paz. Diesmal habe ich das Auto nur im Hotel Oberland deponiert und mir ein Zimmer in einem Hostel im Zentrum gebucht. Das Oberland ist einfach zu weit weg, wenn man sich mehrheitlich im Zentrum von La Paz aufhalten will. Der öffentliche Verkehr ist zwar billig, aber auch langsam und kompliziert, sodass ich bei meinem ersten Aufenthalt in La Paz jeweils soviel Geld für Taxis ausgegeben hatte, dass ich mir geradesogut ein Hostel leisten kann.

Von La Paz aus habe ich zusammen mit Ngaire dann auch die obligatorische Downhillfahrt auf der Death-Road gemacht. Das ist die alte Strasse von La Cumbre (ca. 4400m) nach Coroico (1300m). Die Strasse ist zu 80% Schotterpiste und neben der Strasse gehts direkt ohne Leitplanke bis zu 350 Meter in die Tiefe. Das war wirklich mal ein aufregendes Erlebnis. Offenbar sterben auf der Strasse jährlich etwa 15 Biker. Meiner Einschätzung nach muss man aber da richtig besoffen oder ohne Bremsen runterheizen, damit man da sterben kann. Es war zwar aufregend, aber als Fussgänger durch La Paz zu laufen ist mindestens genauso gefährlich.

Da Ngaire ein paar Freunde aus Neuseeland treffen wollte, bin ich alleine mit dem Bus von La Paz nach Rurrenabaque im Amazonasbecken gefahren. Diese Strasse war ungefähr dasselbe wie die Deathroad; 2 meter Breit, mit Gegenverkehr und tiefen Abgründen direkt neben der Strasse – ohne Leitplanken natürlich, allerdings in einem alten, bolivianischen Bus. Ich hatte den Fensterplatz auf der richtigen seite und konnte jeweils direkt am Rad vorbei in die Tiefe schauen. Allerdings sind die Bolivianer die wohl besten Busfahrer der Welt und die ganze Reise verlief ohne Zwischenfälle.

Rurrenabaque ist ein kleines Dorf am Fluss Beni und quasi das Sprungbrett für Ausflüge in die Pampas und den Madidi Nationalpark. Zusammen mit Kanada und Italien (ich weiss die Namen nicht mehr, wir haben uns jeweils mit den Ländernamen angesprochen) sind wir für 4 Tage in den Dschungel gegangen. Wir haben eine Tour gesucht, ohne Eco Lodge und Köchin. Wir wollten mit Zelt und Machete ein paar Tage durch den Dschungel laufen und sind schliesslich bis zum Cerro Brujo und zurück gelaufen. Die Nächte im Dschungel waren sensationell. Es ist stockdunkel, man sieht nichts, aber gar nichts. Dafür hört man all die Tiere, die ums Camp herumschleichen. Eine gute Ladung Adrenalin.

Da die Busfahrt so holprig, lang und unbequem war habe ich mich entschieden die Rückreise nach La Paz bequem und schnell mit dem Flieger anzutreten. Das dauerte nur 45 Minuten und war mit 60US$ immernoch ziemlich günstig.

Nachdem ich zurück in La Paz war und nicht genau wusste wie’s weitergeht, habe ich mich für etwas Urlaub entschieden. Ich mach jetzt WM- Pause in Buenos Aires und fliege Ende Juli wieder zurück nach La Paz. Bis dann

HOPP SCHWIIZ!!!!