Monthly Archives: February 2010

die lange Zeit des Wartens ist vorbei…

Mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her und in der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Aber schön der Reihe nach.

Eigentlich wollte ich meine Wartezeit in Bariloche nutzen um zur Schule zu gehen. Nach einer Woche habe ich jedoch festgestellt, dass ich mehr lerne, wenn ich einfach mit den Leuten rede, als wenn ich zur Schule gehe. Also musste ich die Zeit bis mein Auto ankommt irgendwie anders überbrücken. In der Schule hab ich mehr Schweizer getroffen, als bisher auf meiner ganzen Reise und fürs Wochenende haben wir eine Schweizer Invasion in El Bolson geplant. Zusammen mit Vincent und Carole aus Genf, Janos und Rahel aus Bern und Marie aus Belgien sind wir über das Wochenende nach El Bolson gefahren. Da gab es ein Käsefondue, eine Pokernacht und einen schönen Tag am Markt, bevor wir uns wieder alle getrennt haben und alle ihre eigenen Wege gingen.

Da ich noch weitere zwei Wochen auf das Auto warten musste, wollte ich endlich mal Couchsurfing nutzen. Schliesslich hab ich bisher nur Leute bei mir zu Gast gehabt, also höchste Zeit um endlich mal die andere Seite von Couchsurfing zu erfahren. Katharina aus Deutschland, die wir im Hostel kennengelernt haben war zwar bei CS angemeldet, hat sich aber noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt. Durch Sofy, die Besitzerin des Hostels in El Bolson haben wir den Kontakt von Valeria in Bariloche erhalten und durften für 4 Tage ihre Gäste sein. Tagsüber haben wir Tagesausflüge zum Cerro Campanero oder zur Playa Bonita am Lago Nahuel Huapi gemacht und am Abend haben wir zusammen mit Valeria gekocht, gegessen und gequatscht. Natürlich immer in Spanisch! Das war um Welten effizienter als die Spanischschule.

Zusammen mit Marie haben wir uns zu dritt auch einmal ein Auto gemietet und sind in den Nationalpark zum Lago Roca gefahren. Der Ausflug war wirklich spitze, abgesehen davon, dass uns um ein Haar das Benzin ausging. Wir haben es wohl mit dem allerletzten Tropfen wieder zur nächsten Tankstelle geschafft. Ein hilfsbereites älteres Paar ist uns den ganzen Weg gefolgt. Falls wir stehengeblieben wären, hätten die uns freundlicherweise abgeschleppt. Die Argentinier sind wirklich supernett und sehr hlifsbereit.

Seit einer Woche bin ich jetzt im Pudu Hostel in Bariloche. Das ist wohl das beste Hostel-Erlebnis, das ich bisher auf meiner Reise hatte. John und Emma aus Irland führen das Hostel, schenken lokal gebrautes Bier aus und kümmern sich hier rührend um die Gäste. Das Hostel ist sauber und hat einen gemütlichen Garten mit Seesicht, Hängematten und nicht zuletzt wohnen hier zwei Figuren, die echt einmalig sind. Mick aus Irland und Adan aus Tenerifa. Durch die Hostelbesitzer und die zwei Jungs fühl ich mich hier echt wie zu Hause. Adan spricht natürlich auch fliessend Spanisch und war mir eine grosse Hilfe bei meinen Vorbereitungen um endlich das Auto zu übernehmen.

Da es für mich als Ausländer gar nicht erst möglich ist ein Auto zu kaufen musste ich mir etwas anderes überlegen. Nach langem Suchen im Internet habe ich eine für einen Schweizer zwar etwas schräge, aber trotzdem eine effiziente Methode entschieden. Eine grosse Hilfe war auch Klaus aus Deutschland, der seit einigen Jahren in der Nähe von El Bolson lebt. Irgendwie musste ich aus dem US- Auto ein Schweizer Auto machen. Also hab ich mir eine digitale Kopie eines CH Fahrzeugausweises besorgt und eine Vorlage für ein CH Nummernschild. Photoshop hat den Rest erledigt und nun hab ich hier ein Schild aus Metall, darauf einen Sticker mit der Nummer ZH FCH 82 sowie der CH und der ZH Flagge und ein braunes Stück Papier, das einem Schweizer Fahrzeugausweis verblüffend ähnlich sieht. Vor zwei Tagen ist Matt, der mir den Wagen verkauft, endlich in Bariloche eingetroffen und gestern haben wir es gewagt und aus dem Ami-Schlitten ein Schweizer-Wohnmobil gemacht 😀

Mit den US Schildern haben wir Argentinien bei Villa de la Angostura verlassen und zwischen den beiden Grenzposten (da gibts 40km Niemandsland) die Schweizer Schilder angemacht. Mit diesen Schildern und meinem falschen Fahrzeugausweis sind wir dann nach Chile eingereist. Null Problemo! Das einzige was sie sehen wollten war das Auto und die ganze Einrichtung, weil es sowas in Argentinien offenbar nicht gibt. Die waren ziemlich beeindruckt am Zoll während mir die Knie gezittert haben. Einige Stunden später sind wir auf dem selben Weg wieder zurückgefahren und jetzt ist das Auto offiziell, bzw. so offiziell es hier halt geht, ein Schweizer Fahrzeug!

Zusammen mit Adan werd ich mich in ein paar Tagen auf die Socken Richtung Buenos Aires machen! Woohoo

Aprender màs español a San Carlos de Bariloche

Seit knapp einer Woche bin ich in San Carlos de Bariloche. Das Städtchen liegt am Lago Nahuel Huapi, einem der grössten Seen in Argentinien und ist quasi eine Touristenhochburg. Man sagt, Bariloche sei die Schweiz von Argentinien und ein Stück weit kann ich das bestätigen. Im Winter ist die Umgebung um Bariloche das populärste Skigebiet in Argentinien und auch jetzt im Sommer fahren viele Argentinos hierher in den Urlaub

Für mich ist das natürlich perfekt, denn es wimmelt überall von Argeniniern und ich kann endlich mein Spanisch verwenden. Jonathan ist bereits in Chile und wird mir jetzt quasi davonreisen und ich bin zum ersten mal in Südamerika auf mich allein gestellt. Mittlerweile habe ich aber so viel Spanisch aufgeschnappt, dass ich mich locker mit den Leuten unterhalten kann. Die letzten paar Tage teilte ich das Zimmer mit drei Mädels aus Buenos Aires und eine davon ist Englischlehrerin. So viel wie in diesen Tagen werde ich wohl nie mehr lernen. Wir haben fast ausschliesslich Spanisch gesprochen und wenn ich nicht verstanden habe, konnte ich in Englisch nachfragen. Ausserdem haben sie mich jeweils korrigiert, wenn ich etwas nicht richtig ausgesprochen oder die Satzstellung durcheinander gebracht habe. Aber ich bin selber überrascht, wie viel ich schon verstehe und wie schnell ich mit all den verschiedenen Zeiten zurechtkomme.

Da ich hier noch etwa 1-2 Wochen auf den Camper warten muss, nutze ich die Zeit indem ich nochmal ein bis zwei Wochen zur Schule gehe. Diesmal kostet es etwas mehr als in Buenos Aires, dafür haben wir kleinere Klassen. Ich hab natürlich wieder nur englischsprechende Kameraden in der Klasse, aber wir kommen trotzdem gut voran. In der Schule arbeitet auch ein Mädel aus der Schweiz. Sie ist hier auf ihrer Reise hängengeblieben und arbeitet jetzt im Büro der Schule. Diese organisiert auch täglich irgendwelche Aktivitäten. So werde ich mir heute Abend mal einen Salsa Kurs antun aber weniger, weil ich wirklich tanzen will, sondern mehr, weil dir Leute aus der Schule allesamt locker sind.

Ansonsten hab ich hier noch nicht viel gemacht obwohl es hier viele Möglichkeiten gibt. Ich schätze ich werde diese Woche an den freien Nachmittagen jeweils etwas unternehmen. Am meisten hab ich Lust auf Gleitschirmfliegen und Klettern. Auch Riverrafting, Radfahren und Wandern bieten sich hier an. In erster Linie will ich jetzt aber mein Spanisch verbessern und mich auf den Kauf des Autos vorbereiten. Das wird wohl ziemlich kompliziert, wenn ich das sauber und offiziell machen will. Ich tendiere im Moment eher dazu mir für die erste Zeit einfach eigene Fahrzeugpapiere auszudrucken zumindest solange, bis Matt zurück in den USA ist damit ich das Auto offiziell in den USA zulassen kann und somit auch in den Besitz eines richtigen Fahrzeugscheins komme.

So faul wie ich war, hab ich noch nichtmal Fotos gemacht. Auf die müsst ihr bis zum nächsten Bericht warten 😉

Adios