Monthly Archives: March 2010

Orkas, Reparaturen & Stadtverkehr

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.
Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!
Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.
In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.
Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂
Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum durch ein paar glückliche Zufälle konnten wir innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.

Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!

Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.

In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.

Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂

Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum konnten wir durch ein paar glückliche Zufälle innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

von Bariloche nach Puerto Madryn

Ich bin nun seit über 100 Tagen in Argentinien und hab noch nicht annähernd genug von dem zweitgrössten Land Südamerikas. In den letzten Tagen haben wir über 1000 km zurückgelegt und sind einmal quer durch Patagonien nach Puerto Madryn an der Atlantikküste gefahren.

In Bariloche haben wir zwei alte Bekannte von Adan getroffen. Jona und Paula, zwei “Artesanos”, die sich durch den Verkauf von selbstgemachtem Schmuck und Armbändern über Wasser halten und von Stadt zu Stadt ziehen um Ihre Produkte am Markt zu verkaufen. Da die zwei auch nach Puerto Madryn wollten haben wir sie kurzerhand mitgenommen. Jona ist seit sage und schreibe 5 Jahren auf Achse und als er sein zu Hause in Buenos Aires verliess hatte er gerade mal 20 Argentinische Pesos (ca. 5 Franken) im Sack. Von Buenos Aires aus ist er durch das nördliche Argentinien, durch Bolivien nach Brasilien, über den Amazonas nach Manaus und von da aus nach Venezuela gereist. Dort hat er seine Freundin Paula kennengelernt und so sind die beiden wieder bis nach Argentinien gereist. Und das alles quasi ohne Geld. Unglaublich!

Von Bariloche aus sind wir zuerst bis zum Lago Epuyen gefahren, wo wir dann auch gleich 3 Nächte lang geblieben sind. Wir haben einen privaten Camping direkt am See gefunden der uns schlappe 5 Pesos pro Nacht gekostet hat. Danach fuhren wir nach Esquel und verliessen dann die Ruta 40 und nahmen die Ruta 25 nach Osten. Die Landschaft war atemberaubend und änderte sich ständig von kleinen Hügeln über felsige Schluchten, ausgeprägte Steppen und Tafelberge wie im Monument Valley. An einem Stausee am Rio Chubut machten wir über Nacht halt um am nächsten Tag weiter nach Trelew und von da aus nach Punta Tombo zu fahren wo es die grösste Kolonie von Magellan Pinguinen auf der ganzen Welt gibt.

Nun sind wir wieder in Puerto Madryn in der Nähe der Halbinsel Valdes wo wir hoffentlich bald ein paar Orkas zu Gesicht bekommen. Doch zuerst mussten wir uns heute um ein paar Kleinigkeiten am Auto kümmern. Wir haben die Bremsbeläge ersetzt, Harz und Glasfasern gekauft, um die verlixte Klappe auf dem Dach des Autos zu reparieren bevor der nächste Regen kommt und wiedermal jemanden gefunden, der uns illegal den Gastank aufgefüllt hat und sind nun bereit um auf die Orkas zu warten 🙂

Erdbeben, Goaparty & die sieben Seen

Was für ein Start! Nachdem ich endlich mein neues Zuhause auf Rädern in Empfang nehmen konnte, ging es zuerst zurück nach El Bolson zu Klaus und Claudia um die Versicherung zu bezahlen und die dafür notwendigen Papiere abzuholen. Die beiden sind jahrelang durch die Welt gereist und haben sich vor 5 Jahren in der Nähe von El Bolson niedergelassen. Sie besitzen ein schönes Stück Land in einem Seitental entlang der Ruta 40. Bei Klaus bin ich dann auch auf ein paar andere motorisierte Traveller gestossen. Da war ein Paar aus Deutschland mit einem alten Armeefahrzeug, eine 4 köpfige Familie aus Deutschland mit Motorrädern, ein weiteres deutsches Paar mit einem Mitsubishi mit bündner Nummernschildern und schliesslich noch Marco mit seinem abgefahrenen Bus. Der Typ hat ein altes Fahrzeug vom “Amt für technische Anlagen und Lufthygiene des Kantons Zürich” und hat auf dem ohnehin schon hohen Bus noch einen Falt-Camper installiert! Unglaublich!

In El Bolson habe ich dann erfahren, dass zwischen Bariloche und El Bolson, am Lago Guiterrez die Moon Flower Party, ein 4 tägiges Outdoor Goa Festival, stattfindet. Also hab ich schnell Adan angerufen, der noch immer im Pudu Hostel in Bariloche war und mit dem Bus nach Bolson kommen wollte und ihm vom Festival erzählt. John und Emma, die irischen Besitzer des Hostels waren auch gleich begeistert und so haben wir abgemacht, uns am Festival zu treffen. Ich habe mich also auf den Weg zum besagten Camping am Lago Guiterrez gemacht und kurz nach El Bolson hab ich dann drei Mädels aus Chile aufgelesen, die auch auf dem Weg zum Festival waren.

Die vier Tage am Festival waren einsame Spitze! Der Van ist einfach nur perfekt für ein solches Spektakel. Man muss nicht im Zelt pennen, hat einen Kühlschrank und einen sicheren Platz für seine Wertsachen. Jeden Morgen bzw. Nachmittag nach dem Aufstehen schwammen wir eine Runde im saukalten aber sehr erfrischenden See und am Abend gab es zwei Floors, gemütlich eingerichtete Stände mit Essen und Trinken, eine Bar mit lokal gebrautem Bier und einen Haufen cooler Leute!

Die Party wurde überschattet vom unglaublichen Erdbeben, das sich über Nacht an der Pazifikküste, nur wenige 100 Km von der Chilenischen Küste und etwa 800 Km nordwestlich des Festivals ereignet hatte. Offenbar hat man das Beben auch hier gespürt, ich hab allerdings fest geschlafen und davon vorerst nichts mitgekriegt. Erst am nächsten Tag erzählten mir unsere neuen Freunde aus Chile von dem Erdbeben und dass niemand weiss wann und wie sie wieder nach Chile zurückkommen, geschweige denn, wie es deren Freunden und Familien ergangen ist. Wir sind dann einmal zurück nach Bariloche gefahren um Nahrung zu kaufen und all die besorgten Emails und SMS zu beantworten, die wir in der Zwischenzeit erhalten haben. Da hab ich dann zum ersten Mal die schrecklichen Bilder der Zerstörung gesehen. Vermutlich werde ich mir in ein paar Wochen selber ein Bild von Chile machen können.

Zurück von der Party schauten wir erneut im Pudu Hostel in Bariloche vorbei um Adans restliches Gepäck abzuholen und uns von John und Emma zu verabschieden. Wir machten uns dann auf den Weg nach Norden zu der sogenannten Tour der sieben Seen und kurz nach Bariloche trafen wir erneut auf einen unseren chilenischen Freunde, den wir am Festival kennengelernt hatten, der am Strassenrand auf eine Mitfahrgelegenheit wartete. Wir haben ihn schliesslich bis kurz vor die chilenische Grenze mitgenommen und sind dann nach Norden abgebogen, auf die Schotterpiste nach San Martin de Los Andes.
Viele Strassen in Argentinien sind “Ripio” also Schotterpisten, Fast nur die Hauptverbindngen zwischen den Grossstädten sind geteert und auch die sind meistens in ziemlich schlechtem Zustand. Es heisst also Augen auf auf den Strassen von Argentinien. Des Nachts sollte man aufs Fahren besser ganz verzichten. Die Strassen sind eng, viele fahren betrunken und/oder ohne Licht! Ich werd nur noch tagsüber fahren, sonst werd ich an der Karre nicht lange Freude haben.
Via San Martin fuhren wir gemütlich, vorbei an grossen und kleinen Seen durch Täler und über kleine Pässe nach Junin de Los Andes, in der Nähe vom Nationalpark Lanin, benannt nach dem gleichnamigen Vulkan an der Grenze zu Chile. Bei der Ankunft sah es noch ziemlich bitter aus, es war bewölkt und die Parkwächter warnten uns vor einem aufziehenden Sturm. Ausserdem gab es am Vortag offenbar noch ein ziemlich starkes Nachbeben, weshalb viele der Wanderwege geschlossen wurden und auch einige Strassen durch umgestürzte Bäume unpassierbar waren. Man riet uns davon ab, zu Nahe an Bäumen zu Campen, da diese bei einem weiteren Nachbeben womöglich umstürzen konnten. Wir fuhren also über die noch schlechtere Strasse um den Lago Huechulafquen zu einem Campingplatz am See mit einem Strand aus schwarzem Vulkansand. Bereits in der Nacht klärte sich der Himmel auf und wir konnten die Sterne sehen.

Am nächsten Tag war der Himmel wolkenlos und es bot sich eine atemberaubende Sicht auf den Vulkan Lanin. Es war einfach unglaublich. Am späteren Nachmittag fuhren wir zurück nach Junin de Los Andes und wollten eigentlich wieder zum Nationalpark zurückfahren, da diesmal aber echt dunkle Wolken aufzogen, entschieden wir uns, wieder Richtung Bariloche zu fahren. Die Landschaft da ist einfach unglaublich vielfältig und ändert sich ständig. Von üppigen Wäldern und bewaldeten Hügeln zu zerklüfteten Felsformationen über trockene Steppen. Als es dunkel wurde, haben wir auf einem Parkplatz angehalten, gegessen, Karten gespielt und bei ein paar Bier und Cuba Libres Southpark geschaut. Heute morgen haben wir die letzten 50 Kilometer zurück nach Bariloche in Angriff genommen und jetzt sitzen wir wieder bei unseren Freunden John & Emma im Pudu Hostel und beraten die nächsten Schritte. Das nächste grosse Ziel wird Buenos Aires sein. Dazwischen werden wir aber voraussichtlich nochmal nach Puerto Madryn zur Halbinsel Valdés fahren, denn jetzt ist Orka Saison. Mit etwas Glück kann man die riesigen Orkas dabei beobachten, wie sie Seehunde am Strand angreifen! Das wollen wir uns nicht entgehen lassen!