Monthly Archives: May 2010

von Salta nach Chile

Mit neuen Reifen und neuen Bremsen haben wir uns von Salta aus aufgemacht  in die Provinz Jujuy, genauer gesagt nach Humahuaca. Die Fahrt war wiedermal super abwechslungsreich. Saftige grüne Wälder, ausgetrocknete Flussbetten, trockene Täler und Berge in allen möglichen Farben. Im Hostel in Humahuaca gab es erstmal eine Überraschung: Livia, die kleine Schwester einer alten Schulfreundin und ihr Freund waren ebenfalls in Humahuaca. Unglaublich, wie klein die Welt manchmal zu sein scheint…
Ausserdem habe ich dort Juanjo und Nico kennengelernt, die in Yala, etwas weiter südlich ein Hostel betreiben. Schliesslich sind wir zu sechst von Humahuacanach Yala gefahren und da nochmal zwei Nächte geblieben, bevor wir den Paso de Jama nach Chile in Angriff nahmen. Juanjo entschied sich spontan, mit nach Chile zu kommen. Die Fahrt nach San Pedro war atemberaubend. Vorbei an mehreren Salzseen, trockenen Tälern und  Mondlandschaften fuhren wir bis auf 4400 Meter über Meer, um schliesslich die Grenze zu Chile zu überqueren. Wir haben sogar noch ein letztes mal die Ruta 40 gekreuzt.

In San Pedro de Atacama haben wir drei Nächte verbracht. Wir versuchten uns mit Sandboarden, was allerdings ziemlich in die Hose ging. Auf dem Weg zu den Sanddünen blieb ich mit der Karre in der sandigen Strasse stecken. Während Juanjo sich zu Fuss auf den Weg nach San Pedro machte, um Hilfe zu holen, versuchten Valeska und ich uns mit Sandboarden. Fazit: Anstrengender Aufstieg für eine langsame und viel zu kurze Fahrt auf dem Sand. Schliesslich kam Juanjo zusammen mit einem Päärchen aus dem Vallis mit einem umgebauten Pinzgauer, welches wir schon am Tag davor getroffen haben zurück. Mit Hilfe deren Sandbleche, konnten wir den Wagen Meter um Meter vorwärts bewegen und nach einer halben Ewigkeit hatten wir endlich wieder feste Strasse unter dem Auto.

Von San Pedro aus fuhren wir in einem anstrengenden Tag durch die Atacamawüste bis an die Pazifikküste und via Iquique nach Arica, der letzten Stadt vor der peruanischen und bolivianischen Grenze. Von hier aus kann ich über die neu asphaltierte Strasse nach La Paz, der höchsten Hauptstadt der Welt fahren. Zufälligerweise findet aber genau jetzt in Arica die Bodyboard Meisterschaft statt, weshalb wir uns entschieden haben, noch mindestens über das Wochenende in Chile zu bleiben. Bolivien rennt ja nicht weg und ausserdem weiss ich noch nicht genau, wo in La Paz ich mein Auto sicher parkieren kann. Ich kriege hoffentlich in den nächsten Tagen den Kontakt zu Jessys Familie in La Paz. In Bolivien werd ich mich wieder mit dem Rucksack auf die Socken machen und das Auto für ein paar Wochen stehen lassen.

Anfangs hatte ich geplant, ein bis zwei Monate in Argentinien zu verbringen. Am Schluss wurden daraus fast 5 Monate. Bis auf die Provinzen Chaco, Formosa und La Pampa habe ich sämtliche Provinzen durchquert und Argentinien hat mir so gut gefallen, dass ich mir sogar vorstellen kann, dort einmal zu leben. Aber Bolivien, Peru und vor allem Kolumbien sollen ja absolut genial sein und ich bin gespannt, wie es mir da so gefällt…

die RN40 nach Salta (Adios Amigo)

Ich hab schon länger nichts mehr geschrieben, und es ist viel passiert. Darum gibts jetzt eine Schnell-Version der letzten Wochen…

Zuersteinmal das wichtigste und übelste: Adàn ist nicht mehr dabei 🙁 Er ist vor ein paar Tagen aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Hause geflogen. Ohne ihn wird die Reise nicht mehr dieselbe sein. Seit ich mit dem Auto unterwegs bin hatte ich Adàn mit an Bord und durch diese unerwartete Wende ist meine Stimmung etwas getrübt.

Immerhin hatten wir die letzten paar Tage nochmal eine geile Zeit. Zusammen mit seinem Bruder Zoilo sind wir nach Rosario gefahren, und uns auf die Suche nach Gas gemacht. Der Gashändler Pablo war so fasziniert von unserer Reise, dass er uns den Tank gratis gefüllt und uns in sein Wochenendhaus auf einer Insel im Rio Parana eingeladen hat. Da gabs ein Fisch-Asado mit Fischen aus dem Fluss und eine Menge Bier.
Ohne Adàn, dafür mit Valeska aus Deutschland ging es dann weiter nach Cordoba, wo wir zwei unspektakuläre Tage verbrachten. Von Cordoba aus fuhren wir über ein kleines Gebirge von Tanti nach Villa Dolores und dann über San Luis nach Mendoza.

In Mendoza traf ich wieder auf die gute alte Ruta National 40 (RN40). Mein Auto ist für mich ja quasi auf dieser Strasse zur Welt gekommen, denn die RN40 war die erste Strasse, die ich gefahren bin, von Bariloche nach El Bolson bei KM1900. In Mendoza sind wir bereits irgendwo um KM3000. Nach einem Abstecher nach Puente del Incas von wo aus man eine herrliche Sicht auf den Aconcagua, den mit 6962 Metern über dem Meeresspiegel her höchste Berg ausserhalb des Hialayas ist, fuhren wir nach Norden. Was danach folgte waren wohl die schönsten 1500 Kilometer, die ich je gefahren bin. Wir sind die ganze Ruta 40 bis nach Cachi bei KM4500 hochgefahren. Die Landschaft war atemberaubend. Wüsten, Steppen, Bergpässe, grüne Täler, und Landschaften die an andere Welten erinnern.

Mittlerweile sind Valeska und ich in Salta angekommen. Hier gibts nach den fast 3000 Kilometern seit Buenos Aires erstmal eine Pause. Ich will mir vor Bolivien noch neue Reifen kaufen und die Bremsen sollten auch mal gecheckt werden. Wenns irgendwie geht, versuche ich noch einen Satz Bremsklötze aufzutreiben. Als nächstes erkunde ich die Gegend um Humahuaca in der Provinz Jujuy bevor ich dann über den Paso de Jama (4200m) nach San Pedro de Atacama nach Chile fahr.