Monthly Archives: June 2010

Salzwüsten, Fahrradtouren und Dschungelfieber

Von Arica in Chile sind wir direkt rein ins Chaos von La Paz gefahren. Genauer gesagt in die Zona Sur ins Hotel Oberland, das vom Schweizer Walter geführt wird und einen prima Innenhof für Fahrzeugreisende anbietet. Die Fahrt von El Alto rein in den Talkessel von La Paz war ziemlich spektakulär. Die Stadt ist ein riesiges Chaos; Ampeln dienen nur zur Dekoration, das Dauergehupe der Autofahrer hat man bereits nach 3 Minuten aus seinem Gehörfeld eliminiert und orientierungsmässig ist Buenos Aires dagegen wie ein Kinderspielplatz.

Valeska ist nach ein paar Tagen in ein Hostel gezogen, um etwas mehr im Zentrum zu sein und ich hab mich mit Ngaire aus Neuseeland in Potosi verabredet um gemeinsam die Tour in der Salzwüste von Uyuni zu machen. Etwa in Potosi hat auch meine fast einen Monat anhaltende Magenverstimmung angefangen. Ich hatte während meinem ganzen Monat in Bolivien mehr oder weniger durchgehend Probleme mit meinem Magen. Auf jeden Fall sind Ngaire und ich zusammen nach Uyuni gefahren und haben da eine 3 Tagestour durch die Salzwüste und zu all den Lagnunen und Geysiren gemacht.

Danach gings direkt über die unglaublich schlechten Strassen Boliviens zurück nach La Paz. Diesmal habe ich das Auto nur im Hotel Oberland deponiert und mir ein Zimmer in einem Hostel im Zentrum gebucht. Das Oberland ist einfach zu weit weg, wenn man sich mehrheitlich im Zentrum von La Paz aufhalten will. Der öffentliche Verkehr ist zwar billig, aber auch langsam und kompliziert, sodass ich bei meinem ersten Aufenthalt in La Paz jeweils soviel Geld für Taxis ausgegeben hatte, dass ich mir geradesogut ein Hostel leisten kann.

Von La Paz aus habe ich zusammen mit Ngaire dann auch die obligatorische Downhillfahrt auf der Death-Road gemacht. Das ist die alte Strasse von La Cumbre (ca. 4400m) nach Coroico (1300m). Die Strasse ist zu 80% Schotterpiste und neben der Strasse gehts direkt ohne Leitplanke bis zu 350 Meter in die Tiefe. Das war wirklich mal ein aufregendes Erlebnis. Offenbar sterben auf der Strasse jährlich etwa 15 Biker. Meiner Einschätzung nach muss man aber da richtig besoffen oder ohne Bremsen runterheizen, damit man da sterben kann. Es war zwar aufregend, aber als Fussgänger durch La Paz zu laufen ist mindestens genauso gefährlich.

Da Ngaire ein paar Freunde aus Neuseeland treffen wollte, bin ich alleine mit dem Bus von La Paz nach Rurrenabaque im Amazonasbecken gefahren. Diese Strasse war ungefähr dasselbe wie die Deathroad; 2 meter Breit, mit Gegenverkehr und tiefen Abgründen direkt neben der Strasse – ohne Leitplanken natürlich, allerdings in einem alten, bolivianischen Bus. Ich hatte den Fensterplatz auf der richtigen seite und konnte jeweils direkt am Rad vorbei in die Tiefe schauen. Allerdings sind die Bolivianer die wohl besten Busfahrer der Welt und die ganze Reise verlief ohne Zwischenfälle.

Rurrenabaque ist ein kleines Dorf am Fluss Beni und quasi das Sprungbrett für Ausflüge in die Pampas und den Madidi Nationalpark. Zusammen mit Kanada und Italien (ich weiss die Namen nicht mehr, wir haben uns jeweils mit den Ländernamen angesprochen) sind wir für 4 Tage in den Dschungel gegangen. Wir haben eine Tour gesucht, ohne Eco Lodge und Köchin. Wir wollten mit Zelt und Machete ein paar Tage durch den Dschungel laufen und sind schliesslich bis zum Cerro Brujo und zurück gelaufen. Die Nächte im Dschungel waren sensationell. Es ist stockdunkel, man sieht nichts, aber gar nichts. Dafür hört man all die Tiere, die ums Camp herumschleichen. Eine gute Ladung Adrenalin.

Da die Busfahrt so holprig, lang und unbequem war habe ich mich entschieden die Rückreise nach La Paz bequem und schnell mit dem Flieger anzutreten. Das dauerte nur 45 Minuten und war mit 60US$ immernoch ziemlich günstig.

Nachdem ich zurück in La Paz war und nicht genau wusste wie’s weitergeht, habe ich mich für etwas Urlaub entschieden. Ich mach jetzt WM- Pause in Buenos Aires und fliege Ende Juli wieder zurück nach La Paz. Bis dann

HOPP SCHWIIZ!!!!