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on the road again – vom Titikakasee zum Cotahuasi Cañon

Ich melde mich nach meiner WM Pause in Buenos Aires zurück. On the road again!

Da ich nach Bolivien vom Reisen etwas die Schnauze voll hatte und mich das Heimweh plagte habe ich mich entschlossen, die Karre in La Paz für ein paar Wochen zu parkieren und zu meinen argentinischen Freunden zurück nach Buenos Aires zu fliegen. Nicht zuletzt um da die WM mitzuverfolgen. Leider wurde aus allen meine Favoriten nichts, Argentinien verlor lausig gegen Deutschland, Ghana wurde absolut unfair von Uruguay aus der Meisterschaft gekickt und von der Schweiz brauchen wir gar nicht erst reden, die versagen sowieso jedesmal wenns ernst wird.

Wieauchimmer – auf jeden Fall hatte ich 6 Wochen lang eine Super Zeit in Buenos Aires mit guten Leuten, Fussball und entsprechend viel Bier 🙂
Ende Juli bin ich aber – mit neuer Reisefreude – zurück nach La Paz geflogen. Während meines letzten Aufenthaltes in La Paz habe ich Meurig aus Wales kennengelernt mit dem ich von Buenos Aires aus regelmässig Kontakt hatte. Seine Reise würde auch nach Peru führen, weshalb ich ihm angeboten habe mich ein Stück mit dem Camper zu begleiten. Gautier aus Frankreich hat sich auch gleich dazugesellt und somit sind wir Anfangs August zu dritt von La Paz aus losgefahren.

Unsere erste Station waren die Ruinen von Tiwanaku in Nord-Bolivien. Dies war ein ziemlicher Reinfall, da wir alle drei kein Geld für den Eintritt dabeihatten und es da weit und breit keinen Bankautomaten gibt. Meine Dollarreserven wurden zusammen mit meiner Sonnenbrille in La Paz im Hostel geklaut. Uns blieb nichts anderes übrig als zurück nach El Alto zu fahren wo wir aber direkt in Richtung Copacabana am Titicacasee abgebogen sind. Tiwanaku konnte uns mal da wos ständig dunkel ist.

Der Titicacasee ist der grösste See Südamerikas und gleichzeitig der höchste Schiffbare See der Welt und ist wahnsinnig schön. Am bolivianischen Grenzort Copacabana haben wir uns ein kleines altmodisches Segelboot gemietet und sind einen Tag lang auf dem See herumgesegelt.

Nach drei entspannten Tagen machten wir uns auf zur Peruanischen Grenze. Neues Land, neues Glück, neuer Spass. Der Grenzübertritt dauerte geschlagene drei Stunden. Nicht etwa weil die Beamten unser Fahrzeug gründlich durchsucht hätten, sondern weil – “no hay sistema” – deren Computersystem nicht funktionierte. Nach zweieinhalb Stunden haben sie dann endlich das Formular von Hand ausgefüllt und uns gehen lassen.

Am nächsten Tag erreichten wir Arequipa, die zweitgrösste Stadt Perus auf etwa 2300 Meter über Meer. Es war spürbar wärmer als auf den 3800 m. am Titicacasee und das Zentrum Arequipas ist ziemlich schön, allerdings sieht man als Selbstfahrer jeweils auch die hässlichen und armen Aussenbezirke dieser Städte. Da haben wir uns zwei Tage entspannt und machten uns dann auf zum knapp 400km entfernten Cotahuasi Cañon. Die Meisten Touristen hier besuchen den näher gelegenen und einfacher erreichbaren Colca Cañon, der auch ziemlich tief ist. Wir allerdings haben uns zum wohl tiefsten Canyon der Welt aufgemacht, über unbefestigte Strassen und absolut abseits vom Tourismus. Während der vier Tage in Cotahuasi und Umgebung haben wir gerade mal 3 Touristen gesehen. Der Canyon und das ganze Cotahuasi-Tal ist atemberaubend. Wir haben die thermalen Quellen in Luicho besucht und eine ganztägige Wanderung nach Quechualla unternommen, das nur zu Fuss erreichbar ist. In dem kleinen Ort mitten im Canyon leben nur eine Handvoll Leute. Diese bauen Früchte an und stellen Weine her, die Sie dann auf Eseln nach Cotahuasi transportieren und da verkaufen. Auf dem Weg dahin kommt man an den Sipia Wasserfällen und einem ganzen Wald aus Kakteen vorbei. Es war unglaublich ruhig, entspannt und eindrücklich.

Mittlerweile sind wir zurück in Arequipa wo wir dem Camper (und uns) eine Wäsche gönnen bevor wir nächste Woche nach Cusco weiterfahren.