Ushuaia – Puerto Natales, Zeit für ein eigenes Auto
Ronny | 11. Januar 2010Nachdem letzten langen und ausführlichen Bericht jetzt mal etwas kurzes.
In Ushuaia habe ich mich noch mit Dieter getroffen, einem älteren Deutschen, der in nächster Zeit seinen Toyota Hiace verkaufen will. Ich habe irgendwo im Internet sein Inserat gesehen und möchte mir sowieso einen fahrbaren Untersatz zulegen. Busfahren ist hier ja ganz okay, aber man verpasst halt eine ganze Menge von der wunderschönen Landschaft. Ausserdem kann man nirgends anhalten, wenn man mit dem Bus unterwegs ist. Also muss ein Fahrzeug her!
Der Toyota war zwar alt, aber super im Schuss und ziemlich gut ausgebaut. Mit Bett, Wasserkanister, Vorzelt, vielem Werkzeug und allem was man so braucht für eine Reise durch Südamerika mit eigenem Auto. Ich habe Ihm gesagt, dass ich mich innerhalb einer Woche entscheiden werde.
Am Samstag sind wir mit dem Bus von Ushuaia nach Puerto Natales in Chile gefahren. Auf der Busfahrt haben wir auch das erstemal Bekanntschaft mit gründlichen Zollbeamten gemacht. Die Grenzüberquerung hat gute 2 Stunden gedauert. Wir mussten das gesamte Gepäck durch den Röntgenscanner laufen lassen, da es verboten ist, Früchte, Fleisch und andere frische Lebensmittel über die Grenze zu nehmen. Nach etwa 15 Stunden kamen wir endlich in Puerto Natales an.
Puerto Natales ist ein hübsches, kleines und verschlafenes Nest. Da es jedoch quasi das Sprungbrett für den Nationalpark Torres del Paine darstellt, wimmelt es hier von Travellern, Touristen und Kletterern.
Als ich im Hostel ein paar deutschen Kletterern gesagt habe, dass ich mir ein Auto kaufen wolle, haben die mir gesagt, dass ein paar Strassen weiter ein geiler Dodge Camper von einem Amerikaner steht, der zu verkaufen sei. Also bin ich los und hab mir das Ding angeschaut. Es war Liebe auf den ersten Blick! Es ist ein ‘94er Dodge RAM350 Camper mit kompletter Ausstattung: Küche mit Gasherd und Kühlschrank, eine Dusche, eine Toilette, Strom über einen separaten Generator, Betten, und einem satten, blubbernden 5.2 Liter V8 Dodge Motor.
Ich hab den Jungs gesagt, ich müsse mir das überlegen. Schliesslich kostet diese Karre mehr als das Doppelte von dem was der Toyota kosten würde. Jedoch ist da natürlich auch viel mehr dran. Abgesehen davon ist das Auto 10 Jahre jünger und Ersatzteile findet man hier an jeder Strassenecke. Zwei Stunden später stand ich schon wieder vor dem Van, schaute mir alles nochmal gründlich an, machte eine Probefahrt und dann haben wir den Deal per Handschlag besiegelt. In ca. 4-5 Wochen darf ich das Baby mein neues Zuhause nennen. Ich kann es kaum erwarten
Morgen geht es in den Nationalpark Torres del Paine auf die nächste Wanderung. Jetzt brauchen wir aber noch ein Zelt, Nahrung, Beinzin für den Kocher und ein paar Infos. Bald gibts Bilder vom bekanntesten Trek der Welt.






