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Reise fertig, und doch noch nicht nach Hause…

427 Tage lang war ich unterwegs, habe knapp 26’000km mit dem Auto zurückgelegt, neun Länder besucht, aber trotz geplanter Weltreise habe ich es nicht über den Südamerikanischen Kontinent hinausgeschafft. Im Gegenteil, ich habe ich buchstäblich in den Kontinent, die Kultur und die Menschen hier verliebt. Ganz besonders in eine wahnsinnig hübsche, intelligente und liebenswerte Frau namens Fernanda.

Auf jeden Fall bleibe ich bis auf weiteres mit ihr in Buenos Aires. Die Überraschung war übrigens ein voller Erfolg 😉 Sie machte sich schon Gedanken ich würde gar nicht mehr zurückkomen. Jetzt bin ich wieder in der Grossstadt, voller Energie, Liebe und vielen Ideen was ich hier mit meiner Zeit anfangen und hoffentlich sogar zu Geld machen könnte. Nun werde ich mal klären, wie realistisch meine Möglichkeiten hier sind und wie sich meine vielen Ideen umsetzen lassen. Es hat für alle was dabei; Musiker, Reisende und daheimgebliebene.

In Zukunft wird es hier im Blog also wieder eher allgemeine und technische Beiträge geben. Natürlich werde ich auch über mein Leben in Buenos Aires berichten.

bleibt am Ball.

der krönende Abschluss, mit guten Freunden

Pünktlich auf den Jahresanfang habe ich mein Auto an ein junges und nettes Schweizer Päärchen verkauft. Kai und Manu werden hoffentlich mindestens genauso viel Spass und gute Erlebnisse mit dem Auto haben, wie ich sie hatte.

Zuerst gabs aber Besuch aus der Schweiz. Am 2. Januar kam zuerst Marco und am 4. Januar Nico nach Kolumbien. Beide konnte ich noch mit dem Auto abholen, bevor ich es dann wenige Tage später an die neuen Besitzer übergeben habe. Für den Verkauf bzw. Papierwechsel habe ich sogar noch rasch Venezuela betreten. Abgesehen von Paraguay und den Guyanas war Venezuela das einzige Land, welches ich nun nicht bereits hatte. Naja, bereist hab ich es immer noch nicht wirklich, obwohl ich ja vor etwa 20 Jahren schon als kleiner Knirps mit meiner Familie da im Urlaub war.

Erster Stopp ohne Auto war Cartagena. Ans Rucksack packen, Taxi- und Busfahren und Hostel suchen musste ich mich erstmal wieder gewöhnen nachdem ich ja etwa 10 Monate lang mein eigenes Heim auf Rädern gehabt hatte. Nach wenigen Tagen machten wir einen Ausflug zur Playa Blanca, einem wunderschönen Karibikstrand auf einer nahe gelegenen Insel. So schön der Strand auch war, umso nerviger waren die ganzen Sandflöhe. Wir wurden derart verstochen und gefressen von den winzig kleinen Biestern, dass wir uns nach zwei Nächten auch schon wieder zurück aufs Festland begeben hatten.

Nachdem nun auch Fabrizio auf dem Weg an die Karibik war, sind wir spontan zurück nach Taganga gefahren wo dann wir vier Zürcher das Dorf unsicher gemacht haben. Für den krönenden Abschluss meiner Reise und die kurze Zeit die wir zu viert verbringen konnten haben wir uns entschieden noch einen Abstecher in den Tayrona Nationalpark zu machen. Da gabs auch noch ein Wiedersehen mit Dani aus Deutschland, den ich in Ecuador mit dem Auto mitgenommen hatte. Wir hatten ein fantastisches Wochenende in diesem einzigartigen Nationalpark und kurz darauf hat sich unsere Gruppe auch schon wieder getrennt. Fabrizio und Marco sind weiter nach Panama und ich blieb noch ein paar Tage zusammen mit Nico in Taganga, bevor es für mich wieder zurück nach Buenos Aires geht, wo ich bis auf weiteres bei Fernanda bleiben werde. Der Flieger wird mich eine Woche früher als geplant nach Buenos Aires bringen, damit ich sie überraschen kann.. 🙂

Wie es weitergeht bleibt ungewiss, aber fürs erste ist das Nomadenleben für mich vorbei…

back to Buenos Aires

Von Mar del Plata aus sind wir über die Autopista nach Buenos Aires gefahren. Glücklicherweise war besagter Tag ein Feiertag in Argentinien und somit konnten wir unsere ersten Erfahrungen mit einem Auto in der Grossstadt Buenos Aires mit nur wenig Verkehr machen. Es war eigentlich ziemlich einfach, da die Strassen hier alle Schachbrettartig angeordnet sind. Trotzdem sind die meisten Strassen hier Einbahnstrassen und wenn immer man rechts abbiegen will, geht das gerade nicht. Somit fährt man halt seine Runden um die Blocks bis man endlich von der richtigen Seite aus in die gewünschte Strasse einbiegen kann. Den Wagen haben wir im Hafenquartier Puerto Mader parkiert, da gibts feine Hostels und Polizei an jeder Ecke. Wir haben ein sicheres Gefühl, als wir den Wagen parkieren und uns im Sabatico Hostel einquartieren.

Am nächsten Tag ging es zuerst ins Büro von DHL, um die nötigen Papiere abzuholen. Schliesslich wartet seit über einem Monat ein Paket am Zoll auf mich. Wegen der bescheuerten Idee Aromat mitzuschicken wurde das Paket am Zoll aufgehalten. Wieauchimmer, diesmal ist der Verkehr unglaublich. Es gibt kein Vorwärtskommen, alle Hupen und schreien herum und wir brauchen eine gute halbe Stunde vom Puerto Madero bis zur Autobahn, die zum Flughafen führt. Am Terminal de Cargas angekommen fühlen wir uns wie in einem Comedi Sketch: Zuerst ins Büro 1 um den Pass vorzuweisen und die Zollpapiere zu erhalten, danach schickt man uns ins Büro 2. Dort erhalten wir ein weiteres Dokument, welches wir in Büro 3 unterschreiben lassen müssen. Danach zurück zum Start: Die Dame in Büro eins drückt einen weiteren Stempel auf das Papier und wir bezahlen etwa 200 Pesos. Mit der Quittung gehts zurück ins Büro 3 um eine weitere Unterschrift einzuholen. Danach wiederum ins Büro 2, ein neues Dokument abholen, mit welchem wir in Büro 3 wieder 450 Pesos bezahlen müssen: 36 Tage Lagergebühr. Mit der Dame aus Büro 2 gehen wir endlich in den Paketraum, wo das Paket geöffnet wird. Nachdem wir die Dame überzeugt haben, dass Aromat keine Droge ist, können wir wieder zurück ins Büro 1 um endlich das Abholdokument zu erhalten. Nach 90 Minuten haben wir das Paket endlich in der Hand und können verschwinden. Mit zwei Dosen Aromat, einer Tube Elmex, einem Rodrigo y Gabriela Tshirt (Danke Marie!!!) und meinen neuen falschen Nummernschildern fahren wir zurück nach Buenos Aires und parken den Wagen direkt vor dem Hilton Hotel in Puerto Madero.

Am nächsten Tag sind wir bei Leo, einem Freund von Adan eingeladen. Er holt uns am Hafen ab um uns den Weg zu seinem Haus in Lomas de Zamora zu zeigen. Beim Wagen angekommen mussten wir feststellen, dass mir jemand das Nummernschild vorne geklaut hat! Welcher Idiot klaut ein falsches Schweizer Nummernschild in Buenos Aires?? Zum Glück war es noch das alte, selbstgebalstelte Schild. Wir legen unser brandneues Schild aus der Schweiz hinter die Windschutzscheibe und fahren zu Leo.

Es ist ein herrlicher Abend. Leo hat diverse Marijuana Pflanzen in seinem Garten. Eine über 2 Meter gross und mindestens nochmals 2 Meter im Durchmesser. Ein riesiger Busch!! Wir haben einen super Abend mit einem Asado, Gitarrenmusik und viel Bier. Am nächsten Tag wollen wir weiter bis nach Tigre fahren um dann etwas weiter nördlich die Grenze nach Uruguay zu überqueren. Schliesslich muss Adan spätestens morgen ausreisen, da sein Visum abläuft. Wir verabschieden uns von Leo und parken in der Nähe von Tigre.
Als wir am nächsten morgen losfahren hören wir nach etwa 15 Minuten das Geräusch von Metall. Wir haben den Bolzen am Stossdämpfer, den wir schon 2mal repariert haben endgültig verloren. Auf der Strasse können wir das Teil nirgends finden und so landen wir wiedermal bei einem Mechaniker, der uns sagt, dass es schwierig bis unmöglich wird einen solchen Dämpfer in Argentinien zu finden. Ja, mit einem importierten Fahrzeug wirds immer schwierig mit Ersatzteilen. Er zeigt uns eine Strasse in Buenos Aires, voll mit Ersatzteilhändlern. Wenn es das Ersatzteil rgendwo gibt, dann in Buenos Aires. Also fahren wir vorsichtig zurück in die Hauptstadt und beginnen mit der Suche nach einem passenden Stossdämpfer. Als wir nach zwei Stunden immer noch nichts gefunden haben, rufen wir erneut Leo an, der uns gleich anbietet, das Problem bei einem befreundeten Mechaniker anzuschauen. Also fahren wir zurück nach Lomas.
Der Mechaniker baut den Dämpfer aus und sagt, es wäre schade das Ding zu ersetzen. Schliesslich sei nur das Gewinde abgebrochen und der Dämpfer selber sei noch in einem guten Zustand. Für laue 50 Pesos schweisst er uns eine Schraube an den Dämpfer und baut das Teil wieder ein! Nach 30 Minuten sind wir wieder am Start. Unglaublich, wie schnell alles klappt, wenn man jemanden vor Ort hat, der sich auskennt! Wir verbringen eine weitere Nacht in Leos Haus und buchen ein Ticket für die Autofähre nach Uruguay. Wir können uns keine weitere Verzögerung mehr leisten. Eine Stunde, bevor Adans Visum abläuft legt die Fähre ab für die 3 Stündige Überquerung des Rios de la Plata nach Colonia de Sacramento in Uruguay…

Orkas, Reparaturen & Stadtverkehr

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.
Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!
Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.
In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.
Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂
Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum durch ein paar glückliche Zufälle konnten wir innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.

Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!

Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.

In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.

Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂

Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum konnten wir durch ein paar glückliche Zufälle innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

Weihnachten in Buenos Aires

Nach einer 27 stündigen Busfahrt von Florianópolis sind wir wieder zurück in Buenos Aires. Diesmal haben wir uns im Palermo House einquartiert. Dieses Hostel liegt mitten im Ausgehviertel Palermo und ist zwar etwas versifft, aber irgendwie haben wir uns da sehr wohl gefühlt. Ein richtiges Partyhostel – niemand motzt, weil er länger schlafen will. 24 Stunden lang läuft Musik im Aufenthaltsraum, alle nehmen es entspannt.

Da hab ich doch glatt einen Typen aus New York getroffen, der die Band Dispatch kennt. Das kommt schon sehr selten vor. Und noch besser war, dass er all die Songs auch auf der Gitarre spielen konnte. Also haben wir den ganzen Abend Musik gemacht, gesungen, Wein getrunken und das Leben Leben sein lassen.

Dann stand ja auch schon Weihnachten an. Nachdem ich via Skype noch mit meinen Liebsten zu Hause telefoniert hatte, gabs da im Hostel ein richtiges Asado (BBQ) mit allem drum und dran. Natürlich wieder mit viel Wein, Bier, Gitarrenmusik und nicht zu vergessen meinem mobilen Weihnachtsbaum (guckstu Fotos), den ich bei der Abreise in Zürich noch von Marie geschenkt bekommen habe. Das war wohl für die meisten das Highlight des Abends!

Für Jonathan und mich hat der Weihnachtsabend gar nicht mehr aufgehört. Wir gingen aus, kamen um 9 Uhr morgens heim und haben uns entschieden gar nicht erst schlafen zu gehen, da wir am Abend ja mit dem Bus weiter nach Puerto Madryn an der Atlantikküste fahren würden. So könnten wir bestimmt prima durchschlafen. Und der Plan ging voll auf 😉 Jetzt sitzen wir im schönen, aber windigen Puerto Madryn wo wir uns morgen ein Auto mieten werden um die Halbinsel zu erkunden. Am Dienstag fliegen wir dann weiter nach Ushuaia wo wir Rahel treffen und gemütlich Silvester feiern werden!

Ich wünsche allen zu Hause schon mal nachträglich schöne Weihnachten und ein frohes neues Jahr!