Tag Archives: el bolson

Entspannen in El Bolsón

Das “Hippie-Paradies” El Bolsón ist wirklich nett. Ein kleiner Ort etwas südlich von Bariloche, wo sie ihr eigenes Bier brauen, wo es viele Bauern, selbstgemachte Brote und Kuchen und dreimal die Woche einen Markt gibt, an dem man selbstgemachtes Holzbesteck, Lederwaren oder frische Früchte kaufen kann. Auch sonst spürt man hier den Hippie Groove den ganzen Tag. Im Park vertreiben sich die ganzen jungen Hippies die Zeit mit Gitarrespielen, Singen oder Jonglieren, oder sie stellen Schmuck her, den sie dann am Markt verkaufen. Es wird viel gekifft und alles verläuft viel gemütlicher.

Wir haben die ganzen Tage hier nichts anderes gemacht als die Seele baumeln zu lassen und auszuspannen. Johnny ist bereits gestern nach Bariloche weitergefahren und wird da nur ein paar Tage verbringen um dann weiter nach Norden zu reisen. Ich werde dann morgen auch nach Bariloche fahren, jedoch werde ich da mindestens 10 Tage bleiben und nochmal eine Woche zur Schule gehen. Mein Spanisch hat sich zwar in den letzten Wochen extrem verbessert, aber mir fehlt natürlich noch einiges. Ausserdem kann ich so die Zeit sinnvoll nutzen, während ich auf meinen fahrbaren Untersatz warte.

Puerto Natales – El Calafate

Während der letzten Tage in Puerto Natales sind wir noch etwas durch die kleine Stadt geschlendert und haben uns mit Marc und den vier Mädels, die wir alle auf dem Torres del Paine Trek kennengelernt haben Essen gegangen. Anschliessend durften wir es uns im Hinterhof von Omars Hostel noch mit Wein und Bier gemütlich machen, ein Feuer anzünden und mit Gitarre und Gesang unser Torres del Paine erlebnis ausklingen lassen. Marc fliegt zu seiner Freundin nach Neu Kaledonien und die Mädels, die echt Hardcore Trekker sind, gehen nach El Chalten und trekken sich dort gleich weiter die Füsse wund. Für Johnny und mich heisst die nächste Station El Calafate.

El Calafate – Perito Moreno Gletscher

Ohne Touristen wäre in El Calafate wohl auch nicht viel los. An Jeder Ecke gibt es Souvenirläden und Tour-Büros um den nahegelegenen Perito Moreno Gletscher zu besichtigen. Unsere Pläne waren ziemlich unklar. Johnny möchte eben so rasch wie möglich nach Norden und ich möchte eigentlich irgendwo wo es mir gefällt die paar Wochen verbringen, bis ich endlich mein Auto übernehmen kann. El Chalten haben wir übersprungen denn vom Wandern und kalten Winden haben wir für den Moment genug und ich kann da immer nochmal hinfahren, wenn ich dann endlich mein Auto habe.
Einmal mehr wollten wir uns von den Touristenströmen loslösen und haben entschieden, uns wiedermal ein Auto zu mieten. Wir hatten zuvor den Tipp erhalten, dass der Nationalpark erst gegen 7.30 öffnet und man sich die happigen 75 Pesos Eintritt sparen könne, wenn man früher schon dort ist. Also sind wir um 5 Uhr aufgestanden, haben alles gepackt und haben uns gegen 6 Uhr auf den Weg zum ca. 70 km entfernten Gletscher gemacht. Jedoch haben die Parkwächter offenbar mittlerweile kapiert, dass sich gewisse Leute zu früh reinschleichen und so stand ein bewaffneter Parkwächter auch schon um 6.30 am Parkeingang und hinderte uns am kostenlosen Eintritt.
So mussten wir halt nochmal eine geschlagene halbe Stunde warten, konnten uns dafür den Sonnenaufgang anschauen. Immerhin waren wir die ersten Besucher im Park und konnten uns am Aussichtspunkt breitmachen. Der Gletscher schiebt sich pro Tag etwa 2 Meter nach vorne, was dazu führt, dass es im riesigen Eisfeld ständig laut knackt und Häusergrosse Eisberge abbrechen und mit viel getöse in den Lago Argentino fallen. Die Eiswand ragt steil etwa 60 Meter aus dem Wasser heraus und der erste Eisblock liess nicht lange auf sich warten. Riesige Stücke brachen aus der Eiswand und stürzten in die Tiefe. Leider fing es nach etwa einer Stunde stark zu regnen an, genau als die ersten Busse voll Touristen angekarrt kamen. So haben wir uns entschieden relativ früh wieder zurück nach El Calafate zu fahren und uns dafür noch auf die nächste 27 stündige Busfahrt nach El Bolson vorzubereiten.

Nun sitzen wir wieder im Bus und haben bereits etwa 20 Stunden Fahrt hinter uns. Leider gibt es auf dieser Strecke keine bzw. nur wenige der bequemen Cama Busse, also hab ich mir eine Flasche Rum mit auf den Bus genommen, damit ich wenigstens ein paar Stunden pennen kann. In ein paar Stunden werden wir in El Bolson ankommen, einer kleinen Hippiestadt wo sie ihr eigenes Bier brauen, und sich nicht gross um den Rest der Welt scheren. Ich bin gespannt.