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Strand, Parties und Geburtstag in Ecuador

Nach etwa 20 Tagen in Mancora, Peru war es endlich an der Zeit weiterzufahren. Zusammen mit Celine aus der Schweiz und Antonio aus Spanien sind wir an der Küste nach Hoch an die Ecuadorianische Grenze gefahren. Da wurde mir zum ersten mal mulmig mit meinen falschen Fahrzeugpapieren und Nummernschildern. Als der Zollbeamte die Fahrzeugdaten in den Computer eingegeben hatte, tauchte doch glatt das “alte” Fahrzeug mit den US Schildern in seinem System auf. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass ich das Fahrzeug in Argentinien gekauft habe und es nun in der Schweiz zugelassen sei (haha) wollte er einen Kaufvertrag sehen, und hat dann anstandslos die Daten im System angepasst, sodass das Auto jetzt mit meiner “ZH FCZ 82” Autonummer aufgelistet ist. Als ich gefragt habe, ob ich eine Versicherung brauche, erklärte er mir, dass die sogenannte SOAT Versicherung für Drittschäden obligatorisch sei und ich diese in jeder grösseren Stadt kaufen könne. In Machalla, der nächsten Stadt, haben wir dann zwei Stunden lang versucht eine Versicherung abzuschliessen. Die erste Gesellschaft verkaufe keine SOAT, der zweiten war das Auto Jahrgang ’95 zu alt und die dritte Firma hat zwar versucht das Auto zu versichern, allerdings hat deren Computersystem meine Kombination aus Nummern und Buchstaben nicht akzeptiert, sodass ich irgendwann aufgegeben hab und halt ohne Versicherung weitergefahren bin.
Nachdem wir dann etwa eineinhalb Stunden in Guayaquil die richtige Strasse nach Montañita gesucht und schliesslich gefunden hatten, kamen wir Abends gegen 23.00 an diesem berühmt berüchtigten Surfer Spot an der Küste an. Wir hatten ein paar super Tage in Montañita mit Surfen, frischem Fisch und vielen günstigen Cocktails von Pedritos Bar bevor zuerst Antonio und ein paar Tage später auch Celine weiter nach Quito gefahren sind. Also blieb ich alleine in Montañita und traf dann auch wieder Mark aus den USA an, den ich schon zwei Monate zuvor in Arequipa getroffen habe. Der war zusammen mit einer Gruppe Deutscher unterwegs mit denen ich mich prima verstanden habe. Zusammen haben wir dann mit einem Schamanen eine San-Pedro Session gemacht an einem wunderschönen Platz im Dschungel. Es war zwar nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt habe, aber wir haben uns Stundenlang Löcher in die Bäuche gegröhlt und dann fein in der Hängematte gepennt. Das war wiedermal ein Erlebnis, dass ich nicht so schnell vergessen werde.

Ausserdem habe ich wieder die Gruppe Franzosen getroffen, die ich schon in Trujillo und Mancora gesehen habe. Die Reisen mit einem alten Schulbus und zwei ungebauten Reisecars durch Südamerika und veranstalten Parties. Natürlich haben die auch in Montañita eine wilde Freitag-bis-Sonntag-Party veranstaltet. Es sollte nicht das letzte mal sein, dass ich eine dieser Parties miterlebe.

Zusammen mit Daniel aus Deutschland, der die letzten zwei Jahre in den USA gearbeitet hat habe ich dann Montañita endlich verlassen. Zu viele günstige Drinks und zu viele Parties schlagen irgendwann auf den Kopf und den Rest des Körpers, ganz zu schweigen vom Portemonnaie. Also sind wir zu zweit an der Küste nach nach Norden gefahren um dann nach etwa zwei Stunden den Konvoi der Französischen Partygruppe zu treffen. Da haben wir uns kurzerhand drangehängt und sind so mit insgesamt 5 Fahrzeugen und etwa 20 Leuten nach Canoa gefahren.

Die Gruppe besteht aus Franzosen, Italienern und Engländern und der Plan war am kommenden Wochenende, einem Feiertag wo ganz Ecuador nicht arbeitet und richtig feiert eine weitere Party am Strand zu veranstalten. Da die Polizei und einige Locals aber schwergetan haben uns eine Lizenz für die Party auszustellen haben wir kurzerhand einen Kids-Day veranstaltet und alle Kinder und Eltern eingeladen. Da wurden die Gesichter angemalt und es gab DJ-Kurse, Wettläufe, Sackhüpfen und weitere Spiele. Es war ein unglaubliches Ereignis all die Kinder so glücklich und fröhlich zu sehen und da viele Eltern auch daran teilgenommen haben und sich ein Bild von unserer Gruppe machen konnten, erhielten wir dann auch ohne weiteres eine Lizenz für die Party von Freitag bis Dienstag 😉 gewusst wie…

Wir haben am Strand ein Partyzelt gebaut, eine Bar und eine Feuerpyramide aufgebaut und dann vier Tage und Nächte durchgefeiert. Es gab keine Probleme mit der Polizei und auch nicht mit den meist sturzbetrunkenen locals. Alle hatten eine Super Zeit und das Fest sowie die Spritkosten haben sich so selbst finanziert. Trotzdem haben Dani und ich entschieden, uns gleich nach der Party aus dem Staub zu machen. Zu viel Alkohol, zu wenig Schlaf. Wir haben aber ausgemacht, dass ich mich wieder an die Gruppe ranhänge, sobald ich mich anständig erholen konnte. Ausserdem machen die für Neujahr ein riesen Fest in Santa Marta in Kolumbien, das lass ich mir nicht entgehen.

So sind Daniel und ich weiter nach Baños gefahren, dem Sprungbrett für den ecuadorianischen Dschungel hinter dem Vulkan Tungurahua gelegen und daher mit vielen heissen Quellen und Thermalbädern ausgestattet. Da haben wir jetzt drei schöne Tage verbracht mit Quad Ausflügen, einem Fondue Schmaus in einem Schweizer Restaurant (das beste Käsefondue in Südamerika soweit) und gemütlichem Thermalbaden.

In Quito angekommen ist Daniel ein paar Tage später auch schon wieder mit Matze und Kendra aus Deutschland weiter nach Kolumbien gereist. Da Didi und Susanne grad geschrieben haben, sie seien in Canoa, bin ich für meinen Geburtstag grad auch nochmals zurück ans Meer gefahren. Mit schönem Wetter, ein bisschen Surfen und einer unangenehmen Bekanntschaft mit einer Qualle haben wir dann gemütlich meinen Geburtstag gefeiert, fein gegessen und zwei Flaschen Casillero del Diablo getrunken. Ein absolut gelungener Tag!

Mittlerweile stehe ich wieder in Quito beim Gerd im Hostal Zentrum und fahre nächste Woche dann endlich nach Kolumbien hoch. Ich kann es kaum erwarten, der Regen hier in Quito macht nicht grad immer gute Laune und in Kolumbien soll die Regenzeit ja gleich vorbei sein.

Peru Teil 2 – oder 20'000km – oder 300 Tage

Seit meinem letzten Artikel sind schon wieder fast 2 Monate vergangen und es ist einiges passiert, aber alles der Reihe nach…  Erstmal gibts was zu feiern: Ich bin seit über 300 Tagen unterwegs und habe mit der Karre über 20’000km zurückgelegt.

Nach unserer Rundreise zum Cotahuasi Cañon sind Meurig und ich nach Cusco gefahren. Auf dem Campingplatz über der Stadt haben wir Didi und Susanne, ein Päärchen aus Graubünden kennengelernt und eine prima Zeit gehabt. Allerdings musste Meurig nach ein paar Tagen in ein Hostel umziehen, um Fernanda platz zu machen. Fer hatte zwei Wochen Urlaub und kam mich in Peru besuchen.

Cusco ist eigentlich ziemlich schön aber für meinen Geschmack viel zu touristisch. “Masaje Amigo” hört man den ganzen Tag, während man durch die alte Stadt mit den engen Gassen läuft, auch wenn man erst 2 Minuten vorher klargemacht hat, dass man zumindest im Moment keine Interesse hat. Ziemlich nervig mit der Zeit…

Natürlich haben wir uns auch Machu Picchu nicht entgehen lassen. Allerdings haben wir uns aufgrund der knappen Zeit mit Fernanda für die Turbo 2-Tages Variante mit der berühmten Eisenbahn entschieden. Obwohl ich mir die Ruinen zuerst gar nicht anschauen wollte (Boykott dem Massentourismus!), liess ich mich von Fernanda überzeugen. Und tatsächlich, es war absolut eindrücklich. Allerdings ist ein Tour-Guide praktisch ein muss. Ohne das ganze Hintergrundwissen ist auch Machu Picchu mit seiner mythischen Position nicht viel mehr als ein Haufen Steine. Mit dem Führer jedoch, war es absolut eindrücklich und jeden Dollar wert. Besonders der Sonnenaufgang war ein Highlight!

Mit Meurig und Fernanda an bord sind wir dann endlich an die Küste gefahren, das Meer habe ich vor Monaten zum letzten mal in Chile gesehen. Zuerst haben wir aber in der Oase Huacachina eine Pause eingelegt. Das Bild der Oase prägt auch die Rückseite der 50 Soles Geldnote und ist wirklich erstaunlich. Umgeben von Sanddünen und nur einen Steinwurf von Ica entfernt säumen sich ein paar Hostels und Restaurants um den kleinen See. Wie die meisten Touristen wollen auch wir dem Sandboarden nochmal eine Chance geben. Mit einem Sand-Buggy sind wir dann am späten Nachmittag über die Sanddünen gebrettert bevor wir ein paar wirklich grosse Dünen mit dem Sandboard runterfahren konnten. Zum Abschluss genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bevor wir dann am nächsten Morgen endlich an der Küste nähe der Halbinsel Paracas angekommen sind. Das Meer hier war zwar kalt und der Wind konnte einem wortwörtlich aus den Schuhen wehen, aber es war trotzdem super.

In Lima haben wir dann Fernanda zum Flughafen gebracht und Meurig und ich sind alleine wieder weg von der Küste und wieder hoch in die Anden nach Huaraz gefahren. Die Cordillera Blanca, wie die Andenkette dort heisst, beherbergt auf relativ kleinem Raum 33 Gipfel über 5’500 Meter. Huaraz selber hat uns nicht wirklich gefallen und so sind wir weiter nach Yungay gefahren, wo es zwei wunderschöne Lagunen zwischen zwei dieser eindrücklichen Berggipfel gibt. Allerdings war der Campingplatz ziemlich lausig und relativ weit weg von den Lagunen. Ohne zu wissen, was uns erwartet sind wir der Strasse weiter gefolgt, bis wir die Cordillera durchquert und auf der anderen Seite in Yanamà wieder rausgekommen sind. Mit nur wenig Benzin und noch weniger Geld, wollten wir die Cordillera umfahren und dann weiter nördlich wieder runter zur Küste kommen. Benzin und Geldautomaten sind so weit abseits aber eine Seltenheit und so wurde der Trip zu einem separaten Abenteuer, mit dem letzten Cent und dem letzten Tropfen Benzin sind wir eine Woche später dann endlich in Chimbote wieder auf den Panamerican Highway gestossen.

Mit frischem Geld und frischem Benzin ging es weiter nach Trujillo, genauer gesagt nach Huanchaco. Dieses kleine Nest nahe Trujillo ist vorallem im Sommer bei Surfern beliebt. Der Strand ist zwar nicht wunderschön, aber es ist warm genug um sich mal im Surfen zu versuchen und etwas Beach Feeling aufkommen zu lassen. In Huanchaco haben wir auch Didi und Susanne nochmals getroffen, bevor die zwei dann weiter nach Ecuador gefahren sind. Meurig und ich sind von da aus zusammen nach Mancora gefahren, dem laut Lonely Planet “am schlechtesten behüteten Geheimtipp in Peru”. Mit schönem Strand, vielen Lokalen und vielen Leuten ist der Ort bei Argentiniern, Peruanern und Ecuadorianern sehr beliebt und in der Hochsaison von Dezember bis Februar geht hier jeden Tag die Post ab. Im Moment ist es vergleichsweise Ruhig aber an guten Leuten und Parties fehlt es hier nie. Und nicht zuletzt hat das Loki Hostel hier einen super Platz für die Karre.

Vor drei Tagen ist Meurig wieder nach Hause nach Wales geflogen und ich bin wiedermal alleine am Start. Jetzt freue ich mich auf Besuch aus der Schweiz im Dezember und im Januar.