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Orkas, Reparaturen & Stadtverkehr

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.
Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!
Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.
In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.
Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂
Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum durch ein paar glückliche Zufälle konnten wir innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

Obwohl uns alle möglichen Leute gesagt haben, dass die Chancen die Orkas zu sehen verschwindend gering seien, konnten wir doch einen Teilerfolg erzielen. Offenbar waren die Orkas nicht hungrig genug um die Seehunde am Strand zu attackieren, aber immerhin konnten wir sie beobachten, wie sie mehrmals am Strand vorbeizogen und sich im Wasser tummelten. Ausserdem erhielten wir am Parkplatz noch Besuch von einem haarigen Gürteltier. Soweit also ein Erfolg. Die Schotterpisten auf der Halbinsel waren allerdings nicht optimal für die mittlerweile alten Reifen. Die haben schliesslich eine 20’000 Meilen Reise hinter sich und als wir endlich wieder auf dem asphaltierten Rückweg nach Puerto Madryn waren, bemerkten wir ein Holpern am Auto und bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass ein Reifen kurz davor war zu explodieren. Zum Glück hatten wir einen brandneuen Ersatzreifen am Start und das Problem war relativ schnell gelöst.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Jona und Paula und machten uns auf die Suche nach passenden Reifen. Nach einigen erfolglosen Anläufen haben wir dann endlich zwei neue Michellin Reifen erwerben können und machten uns auf den Weg nach Norden. Die Landschaft änderte sich nicht mehr so schnell und oft wie auf der Ruta 25 aber die Ruta 3 war trotzdem ziemlich eindrucksvoll. Über 100 Kilometer einfach nur geradeaus – Strasse bis zum Horizont und nur ab und zu ein kleines Dörfchen oder eine Tankstelle. Nach ein paar Stunden fahrt erreichten wir Las Grutas, ein mehr oder weniger bekannter Badeort in einer Bucht südlich von Bahia Blanca. Jedoch ist die Urlaubssaison vorüber und Las Grutas erschien ziemlich ausgestorben. Obwohl wir ziemlich schnell abgemacht haben am nächsten Tag weiterzufahren sind wir dann doch 3 Tage lang dageblieben, haben ein paar Leute kennengelernt, waren zu einem Asado eingeladen und hatten einen schönen Nachmittag am Meer.

Bahia Blanca sollte unser nächster Stopp auf unserem Weg nach Buenos Aires werden und als wir am späten Nachmittag in die Stadt hineinfuhren dachten wir erneut, hier werden wir wohl nicht lange bleiben. Autofahren in Städten erfordert echt Nerven! Einmal mehr überrannte uns die Nacht und da wir grundsätzlich nicht irgendwo mitten in einer Stadt in Argentinien am Strassenrand parken und schlafen wollen, sind wir nochmals 50km weiter nach Pehuen Co gefahren wo wir einen schönen, aber menschenleeren Campingplatz am Meer gefunden haben. Während wir über die nächsten Schritte nachdachten kam mir eine Idee. Ich lese im Moment ein Buch, das ich im Auto gefunden habe über zwei 55 jährige Amis, die mit einem Van durch ganz Nord-, Mittel- und Südamerika gefahren sind und immer wieder Mitglieder des Rotary Clubs aufgesucht haben um eine vertrauenswürdige Person vor Ort zu kennen, die einem bei grossen und kleinen Problemen helfen kann. Ich bin zwar nicht wohlhabend genug für den Rotary Club, aber ich bin ja bei Couchsurfing angemeldet! Also hab ich in der Gruppe von Bahia Blanca eine Nachricht gepostet, dass wir in der Nähe sind und einen sicheren Platz zum schlafen suchen. Innerhalb von nur wenigen Minuten erhielt ich eine Antwort von Vicky, die uns einen sicheren Parkplatz vor dem Haus ihres Chefs vermittelte. Ausserdem lud sie uns zu sich nach Hause ein wo wir zusammen mit zwei weiteren COuchsurfern aus Kolumbien bei Pizza und Bier einen super Abend hatten. Später gingen wir noch in einen Club und kamen erst um 6 Uhr zurück zum Van. Am nächsten Tag haben wir uns wiedermal auf die Suche nach Gas für den Kühlschrank und den Kochherd gemacht. Gas zu finden ist grundsätzlich ganz einfach, nur brauchen wir jemand, der uns den Tank auf illegale Weise befüllt, da wir an unserem Wagen andere Anschlüsse haben. Nach ein paar Stunden Suchen, Fragen, Weitersuchen und Weiterfragen haben wir schliesslich jemanden gefunden, der stolz erklärte, er befülle alles was man befüllen kann… Am Abend haben wir uns mit Santiago und Sole von Couchsurfing zu einem Bier verabredet und am nächsten Tag sind wir gegen mittag weiter in Richtung Mar del Plata gefahren. Bahia Blanca war schliesslich doch noch ein voller Erfolg und ein prima Erlebnis!

Nach ein paar Stunden bemerkten wir ein komisches Geräusch an der Radaufhängung, also haben wir an der nächstbesten Tankstelle mitten im Nirgendwo einen Stopp eingelegt um herauszufinden was da nicht stimmte. Zufälligerweise sah uns ein Lastwagenfahrer, der uns spontan seine Hilfe anbot und das Problem innerhalb von 10 Minuten gelöst hat. Als Dank überreichten wir ihm eine Flasche Wein, die ich damals in El Bolson gekauft hatte und schon waren wir wieder am Start. Wir konnten es kaum fassen.

In Mar del Plata angekommen wurden wir wieder auf die Probe gestellt. Etwa 600’000 Menschen leben hier und Autofahren ist noch schlimmer als in Bahia Blanca. Aber schliesslich muss ich mich wohl oder übel daran gewöhnen und mit dem halsbrecherischen Fahrstil der Argentinier klarkommen. Schliesslich sind wir auf dem Weg nach Buenos Aires mit seinen 13 Millionen Einwohnern! Nach den guten Erfahrungen mit Couchsurfing haben wir erneut eine Nachricht in der Gruppe Mar del Plata hinterlassen und haben wieder ziemlich schnell eine Antwort erhalten. Marina bot uns an, vor dem Haus ihrer Eltern zu parkieren also machten wir uns auf die Suche nach der entsprechenden Strasse. Adan erweist sich als ein super GPS! Er kapiert sofort wo wir sind, wo wir hinmüssen und leitet mich durch die immer Schachbrettförmig angeordneten Blocks. Das Viertel war okay, nicht schlecht, nicht gut, aber okay. Wir haben uns etwas mit Marina unterhalten und gingen dann zurück zum Van um die weiteren Schritte zu besprechen. Wir beschlossen, alles was nötig ist hier in Mar del Plata zu erledigen und nötig war einiges. So mussten wir erstmal unsere Kleider, den Wagen und nicht zuletzt uns selber waschen. Ausserdem hat sich die notdürftig reparierte Aufhängung wieder bemerkbar gemacht und ein Ölwechsel stand an. Nicht zuletzt sollten wir längst eines des Zündkabel ersetzen. Die Isolation war hinüber und unter Last sprang der Funke aus dem Kabel an den Motorblock anstatt über die Zündkerze.

Als erstes haben wir die Kleider in die Wäscherei gebracht, das Auto gewaschen und alles rausgeputzt, das hat uns schonmal einen halben Tag gekostet. Als wir der Besitzerin der Autowäscherei erzählt haben, wo wir schlafen, hat sie uns gewarnt, dass dies wohl die schlimmste Gegend in der ganzen Stadt sei und bot uns an im Hinterhof der Wäscherei zu parken und zu schlafen. Und zwar Gratis! Um den ganzen patagonischen Staub loszuwerden wollten wir dem Wagen auch eine Chassiswäsche gönnen, allerdings haben wir in der ganzen Stadt niemanden gefunden, der einen Lift hat um unseren 3’800kg schweren Van hoch genug anzuheben. Am Abend haben wir uns mit Fernanda getroffen, einer weiteren Couchsurferin aus Mar del Plata. Obwohl sie am nächsten Tag arbeiten musste und wir um 8 Uhr morgens einen Termin in einer Garage hatten sind wir bis 3 Uhr Morgens in einer Bar mit selbstgebrautem Bier gesessen und haben gequatscht, gegessen und getrunken. Sie hat uns übrigens bestärkt bei der Wäscherei zu parken und dass wir auf keinen Fall nochmal in der Gegend von Marinas Haus parken sollten. Dort traue sich nichtmal die Polizei hin… Also verbrachten wir die nächste Nacht im Hinterhof der Wäscherei, ruhig sicher und mit Wireless 🙂

Es kam wie es kommen musste, wir verpassten den Termin, die Garage war für den Rest des Tages ausgebucht und wir wollten bis heute Abend alles erledigt haben, bevor wir morgen früh weiter nach Buenos Aires fahren. Also haben wir Gas gegeben und wiederum konnten wir durch ein paar glückliche Zufälle innerhalb einiger Stunden alles erledigen. Das Auto hat neues Öl und einen neuen Ölfilter, der Typ der das Öl gewechselt hat, schickte uns zwei Blocks weiter um die Aufhängung zu checken. Das Problem wurde für schlappe 40 Pesos repariert und nach ein paar Anläufen konnten wir sogar ein passendes Zündkabel finden. Dies war ziemlich schwierig, da es dieses Auto hier ganz einfach nicht gibt. Ausserdem ist es eine Qual an die Zündkabel heranzukommen, der Motor liegt nämlich quasi zwischen Fahrer und Beifahrersitz und man kommt nur vom innern des Wagens an die Kabel ran. Jetzt sitzen wir wieder im Van hinter der Wäscherei bei einem wohlverdienten Bier und später treffen wir uns nochmals mit Fernanda. Morgen gehts nach Buenos Aires… das wird mir was werden. Wenn man in Argentinien Schweizermässig Auto fährt, bleibt man an der ersten Kreuzung stehen. Hier gilt: “De schnäller isch de Gschwinder” oder wer das grössere Auto hat hat Vortritt. Ich bin gespannt wie wir uns in Buenos Aires zurechtfinden.

von Bariloche nach Puerto Madryn

Ich bin nun seit über 100 Tagen in Argentinien und hab noch nicht annähernd genug von dem zweitgrössten Land Südamerikas. In den letzten Tagen haben wir über 1000 km zurückgelegt und sind einmal quer durch Patagonien nach Puerto Madryn an der Atlantikküste gefahren.

In Bariloche haben wir zwei alte Bekannte von Adan getroffen. Jona und Paula, zwei “Artesanos”, die sich durch den Verkauf von selbstgemachtem Schmuck und Armbändern über Wasser halten und von Stadt zu Stadt ziehen um Ihre Produkte am Markt zu verkaufen. Da die zwei auch nach Puerto Madryn wollten haben wir sie kurzerhand mitgenommen. Jona ist seit sage und schreibe 5 Jahren auf Achse und als er sein zu Hause in Buenos Aires verliess hatte er gerade mal 20 Argentinische Pesos (ca. 5 Franken) im Sack. Von Buenos Aires aus ist er durch das nördliche Argentinien, durch Bolivien nach Brasilien, über den Amazonas nach Manaus und von da aus nach Venezuela gereist. Dort hat er seine Freundin Paula kennengelernt und so sind die beiden wieder bis nach Argentinien gereist. Und das alles quasi ohne Geld. Unglaublich!

Von Bariloche aus sind wir zuerst bis zum Lago Epuyen gefahren, wo wir dann auch gleich 3 Nächte lang geblieben sind. Wir haben einen privaten Camping direkt am See gefunden der uns schlappe 5 Pesos pro Nacht gekostet hat. Danach fuhren wir nach Esquel und verliessen dann die Ruta 40 und nahmen die Ruta 25 nach Osten. Die Landschaft war atemberaubend und änderte sich ständig von kleinen Hügeln über felsige Schluchten, ausgeprägte Steppen und Tafelberge wie im Monument Valley. An einem Stausee am Rio Chubut machten wir über Nacht halt um am nächsten Tag weiter nach Trelew und von da aus nach Punta Tombo zu fahren wo es die grösste Kolonie von Magellan Pinguinen auf der ganzen Welt gibt.

Nun sind wir wieder in Puerto Madryn in der Nähe der Halbinsel Valdes wo wir hoffentlich bald ein paar Orkas zu Gesicht bekommen. Doch zuerst mussten wir uns heute um ein paar Kleinigkeiten am Auto kümmern. Wir haben die Bremsbeläge ersetzt, Harz und Glasfasern gekauft, um die verlixte Klappe auf dem Dach des Autos zu reparieren bevor der nächste Regen kommt und wiedermal jemanden gefunden, der uns illegal den Gastank aufgefüllt hat und sind nun bereit um auf die Orkas zu warten 🙂

Puerto Madryn – Peninsula Valdes

Puerto Madryn ist die Hauptstadt des Departamento Biedma in der argentinischen Provinz Chubut. Man sieht sofort, dass die Leute hier vom Tourismus sehr gut Leben können. Viele haben ein eigenes kleines Häuschen, die Strassen sind sauber, und unser Hostel hat das sauberste Badezimmer das ich in Argentinien je gesehen habe. Man kann sogar das Toilettenpapier mit runterspülen (jaa, das ist hier in Argentinien ziemlich selten, normalerweise gibts dazu einen Eimer im Badezimmer). Ausserdem befindet sich hier einer der grössten Aluminiumhersteller von Argentinien. Deshalb ist Puerto Madryn eine der am schnellsten wachsenden Städe in ganz Argentinien

Penisnula Valdés

Die Halbinsel ist seit 1999 ein Unesco Weltnaturerbe und hat eine Fläche von 3625km². Bekannt ist das Rerservat in erster LInie für die grosse Tiervielfalt. Da sind einerseits die Brutstätten für Seelöwen und Magellanpinguine, wie auch die Hauptroute diverser Walarten auf ihrem Weg nach Süden. Wenn man sehr viel Glück hat, kann man an der Ostküste erleben, wie Orcas am Strand Seehunde jagen. Die Chance das mitzuerleben beträgt allerdings in der Hauptsaison etwa 3%. Daneben gibt es eine Art Vogel Strauss, viele Schafe, Kühe und wilde Pferde, Schlangen, patagonische Füchse und Pumas.

Um die Insel zu erkunden haben wir uns heute ein Auto gemietet. Im Hostel haben wir ein Mädel aus England kennengelernt, die noch keine Tour gebucht hat und mit uns mitgekommen ist und sich an den Kosten beteiligt hat. Es war Weltklasse!
Wale haben wir zwar keine gesehen, dafür Seehunde, Pinguine, die Komischen Renn-Vögel und die etwas weniger spektakulären Kühe, Pferde und Schafe. Etwas abseits der Strasse haben wir auch viele Knochen und Schädel gefunden, dessen Besitzer wohl einem Puma über den Weg gelaufen sind.

Auf jeden Fall waren wir viel besser dran, als all die Touris, die eine fixe Tour gebucht haben. Die Insel auf eigene Faus zu erkunden war echt ein Erlebnis. Auf der ganzen Insel gibt es nur Schotterpisten (empfohlene Maximalgeschwindigkeit: 50km/h). Wir sind natürlich viel schneller über die Pisten geheizt, und es hat echt Spass gemacht. Den Gegenverkehr sieht man schon von Weitem, da jedes Fahrzeug eine riesige Staubwolke hinter sich herzieht, die kilometerweit zu sehen ist. Und viel Verkehr ist da sowieso nicht, da die meisten halt eben eine komplett Tour buchen. Und diese Busse, die sieht man eben schon von weitem 🙂

Was allerdings dann echt abenteuerlich war, war die Rückkehr in die Stadt Puerto Madryn. Da gibts kaum Ampeln, die meisten Strassen sind nur in eine Richtung befahrbar, es gibt kaum Schilder und von Verkehrsregeln haben die hier in Argentinien sowieso noch nie etwas gehört (gibts hier eigentlich Rechtsvortritt??). So fährt man halt vorsichtig und schaut halt wos Platz auf der Strasse hat, und zu zweit im Auto, mit vier Augen, geht das eigentlich ziemlich gut. Aber z.B in Buenos Aires würd ich nie im Leben ein Auto fahren wollen. Da ist echt die Hölle los.

Morgen fahren wir mit dem Fiat UNO weiter nach Trelew, wo wir einen Flieger nach Ushuaia haben. Dann wird endlich mal gechillt, und die ganze rum-hetzerei hat ein Ende. Wir haben in den letzten zwei Wochen sicher 5000km zurückgelegt, was mir echt zu viel war. Nach Neujahr gehts viel gemächlicher weiter. Ich will länger an einem Ort bleiben und das ganze gemütlicher angehen.