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wieder in Zürich

… ja tatsächlich. Ich bin wieder daheim. Nachdem aus dem Job in den Bahamas trotz Zusage nichts geworden ist, mir das Geld ausging und Arbeiten in Argentinien keine wirkliche Option war habe ich mich kurzerhand entschlossen wieder nach Zürich zu fliegen.

Nun bin ich bereits seit etwa drei Wochen wieder in Zürich. Ich habe bereits einen Job und eine temporäre Unterkunft. Ende Juni gibts eine richtige Bleibe und als nächstes wird wieder an Servern und Netzwerken gewerkelt was das Zeug hält. In meinem neuen Job gibts viel Hardware, schnelles Internet und viel zu virtualisieren 🙂

Der Blog wird auch bald auf ein aktuelles WordPress aktualisiert, neu verpackt und dann gibts auch wieder technische Artikel für die Interessierten

Buenos Aires

Ich bin jetzt seit genau einer Woche in Buenos Aires und ich liebe es! Eigentlich hatte ich ja bereits in Zürich und in London die Schnauze voll vom Stadtleben aber Buenos Aires ist irgendwie anders. Ein prima Ort um ins Traveller Leben einzutauchen…

Gleich am ersten Abend, nur eine Stunde nach meiner Ankunft im Gardenhouse Hostel gings ab nach Palermo – dem Ausgehviertel von Buenos Aires mit unzähligen Bars und Clubs – auf ein paar Bier und Drinks mit einigen Schulfreunden von Jonathan. Dort konnte ich bereits die ersten Kontakte zu den locals knüpfen. Die Porteños, wie sich die jungen Einwohner von Buenos Aires zu nennen pflegen, lieben es, Englisch zu sprechen und so ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

Das Gardenhouse Hostel ist wunderbar, die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Es ist mit etwa 20 Plätzen nicht zu gross und somit relativ ruhig hier. Man kommt sehr schnell mit anderen Travellern in Kontakt und schaut sich zusammen die Stadt an oder geht aus. Man kriegt Tipps, welche Orte sehenswert sind oder welche halt völlig dem Tourismus erlegen sind und mehr an Europa erinnern als an Südamerika, man hört, welche Hostels empfehlenswert sind, und welche dreckig und überfüllt. Das einzige, was hier etwas mühsam ist ist die langsame und instabile Internetverbindung. Gewisse Seiten funktionieren schlicht gar nicht zum Beispiel meine eigene Homepage. Deswegen kann ich von hier aus nicht gross berichten. Zum Glück gibts in der Schule schnelles und stabiles Internet sodass ich dort meine Fotos in Sicherheit bringen kann und auch mal etwas bloggen kann…

Am Samstag stand der obligatorische Besuch des Fussballspiels der Boca Juniors an. Das war mal absolut der Hammer. Die Fans haben ununterbrochen mitgejohlt. Die Juniors haben zwar verloren, auf die Stimmung der Fans gedrückt hat das aber überhaupt nicht. Die waren alle bester Laune. Nimmt mich schon wunder, wie das abgeht wenn die mal gewinnen 🙂 Der Heimweg war allerdings recht abenteuerlich. Schliesslich sollte man als Tourist Nachts nicht im Quartier la Boca unterwegs sein. An ein Taxi war nicht zu denken und die Busse waren alle komplett überfüllt. Schliesslich wollten all die Fans wieder nach Hause und da es denkbar ungünstig ist, da des Nachts als Touri am Strassenrand zu stehen und auf ein Taxi zu warten, sind wir halt einfach losgelaufen, haben Augenkontakt vermieden und haben so getan, als würden wir uns da auskennen. Wenn die merken, dass du da orientierungslos herumirrst kann man da sehr schnell unter die Räder kommen. Mein Orientierungssinn hat mich allerdings nicht getäuscht und wir haben sofort die richtige Richtung eingeschlagen und sind hald dann zu dritt nach Hause gelaufen.

Seit Montag gehe ich hier zur Schule und versuche, der spanischen Sprache mächtig zu werden aber ich merke schon, eine Woche ist gar nix. Immerhin kann ich bereits ein paar Verben konjugieren und mich etwas mit den Leuten auf Spanisch unterhalten. Die meisten Traveller sprechen halt Englisch, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Eigentlich will ich ja Spanisch lernen und nicht unbedingt mein Englisch verbessern, aber schaden tut das ja auch nicht.
Dass ich in der Schule etwas Französisch gelernt habe hilft mir hier ungemein, da viele Wörter ziemlich ähnlich wie im Spanischen geschrieben werden. Die Klasse ist aber ziemlich lahm, all die englischsprechenden Leute haben ziemliche Mühe mit der korrekten Aussprache. Wenn ich das nächste mal irgendwo zur Schule gehe, werd ich mir wohl den etwas teureren Halb-Privat Unterricht leisten. Da hab ich definitiv mehr davon. Irgendwie cool, dass es mir immer noch ziemlich leicht fällt eine neue Sprache zu lernen.

Am Dienstag, dem 8. Dezember war hier in Argentinien ein Feiertag. Die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria. Somit waren die meisten Läden geschlossen, dafür ging am Montag Abend so richtig die Post ab. Die Bomba del Tiempo (Zeitbombe) ist irgendwie ein altes Industrieareal und hat mich an die Rote Fabrik erinnert, da gibts jeden Montag Konzerte und wegen dem Feiertag war wohl halb Buenos Aires unterwegs. Da Jonathan bereits ziemlich gut Spanisch spricht, kamen wir rasch mit ein paar jungen Leuten in Kontakt mit denen wir dann gegen Mitternacht noch in eine geile Bar gingen. Da gabs 4!!! Liter Kübel mit Bier und der Laden war rappelvoll mit jungen Leuten aus Buenos Aires.  Wie schon erwähnt wollen die alle ihr Englisch verbessern und man kam sich etwas vor wie ein Promi. Alle kamen auf einen zu, wollten wissen woher man kommt, was man hier macht und liessen ihren Neid durchdringen, wenn man erzählte, dass man hier ein paar Monate durch Südamerika reist. Steinhageldicht kamen wir morgens um etwa 4 Uhr wieder zum Hostel… Das war bisher der geilste Abend in Buenos Aires. Zum Glück hab ich die Handynummer von dem einen Typen gekriegt, der mir heute sagen konnte wo sich diese Bar befindet. Ich werd da am Freitag wohl gleich nochmal hingehen.

Auch wenn es mir hier sehr gut gefällt wirds langsam Zeit aufzubrechen und weiterzuziehen. Als nächstes werden Jonathan und ich uns die Iguazú Wasserfälle im Norden des Landes anschauen. Ausserdem will ich den Itaipu Staudamm sehen. Dieser war lange Zeit das grösste Wasserkraftwerk der Welt bis sich die Chinesen mit dem Dreischluchtendamm diesen Titel geholt haben. Das Itaipu Kraftwerk produziert etwa 80% des paraguayischen und 25% des brasilianischen Strombedarfs. Natürlich haben solche Bauten auch immer eine Schattenseite und zwar wurden für den Bau des 1350km² grssen und 22m tiefen Stausees die Sete Quedas überschwemmt, eine Kette von Wasserfällen, die um vieles eindrucksvoller waren als die Fälle des Iguazú.

Danach gehts vielleicht noch für einen Abstecher nach Ciudad del Este in Paraguay um dann die brasilianische Grenze zu überqueren und an der Atlantikküste etwas Sonne und Strandfeeling zu tanken bevor es dann runter ins kalte und windige Ushuaia in Feuerland geht um dort Silvester zu feiern und dann definitiv das neue Traveller-Jahre einzuläuten.

Hasta luego mis amigos

Zürich – London – Sao Paulo – Buenos Aires

Der Abschied fiel schwer, sehr schwer. Meine Mama brachte mich in Zürich zum Flughafen und Marie begleitete uns. Mir machte noch immer die kurze Nacht von Freitag auf Samstag zu schaffen. Ich traf noch ein paar Freunde zu einem letzten gemeinsamen Abschiedstrunk im Revier. Unter Tränen und mit vielen Drinks habe ich mich von all meinen Freunden verabschiedet. Und nach etwa 3 Stunden Schlaf musste ich mich bereits wieder mühsam aus dem Schlaf kämpfen. Nachdem ich die Passkontrolle hinter mir hatte ging es mir allerdings entscheidend besser.

London ist irgendwie schräg. So richtige Freunde wurden die Stadt an der Themse und ich bis zuletzt nicht. Der öffentliche Verkehr ist völlig überlastet und extrem teuer. Ziemlich teuer war auch die Unterkunft im Generator Hostel in der Nähe vom Russell Square. Vom Essen mag ich lieber gar nicht erzählen. Es war gelinde gesagt widerlich.

Meine Ankunft versüsst und meine Einsamkeit gelindert hat Julie, die seit etwa zwei Jahren in London lebt. Wir haben uns zu einer Tasse Tee verabredet und uns etwas die Stadt angeschaut. London ist einfach riesig, aber sobald man versteht wie die U-Bahn, the Tube, funktioniert kommt man ziemlich schnell vorwärts. Allerdings sind die Wagen oft überfüllt. Ich hab mir sagen lassen, dass der durchschnittliche Londoner etwa eine Stunde Arbeitsweg hat, und man am morgen gut und gerne bis zum dritten Zug warten muss, bis man sich einen Platz ergattert. Die Gratis Zeitung titelte: “Overfilled tube turns Londoners into selfish animals”.

Ausserdem habe ich natürlich John getroffen, unseren ersten Couchsurfing Gast der von St. Louis mittlerweile nach London gezogen ist. Er hatte zwar wenig Zeit, aber trotzdem trug er einen guten Teil dazu bei, mich auf Moneygram point meine bevorstehende Reise vorzubereiten. Er empfahl mir, möglichst viele Couchsurfing Meetings zu besuchen und neue Kontakte zu knüpfen.

Am Montag Abend spielte Melanie Pain im Jazz Cafe in Camden Town. Da ich mir bereits im voraus einen Tischplatz auf dem Balkon reserviert hatte, konnte ich das Konzert mit erstklassiger Sicht auf die Bühne geniessen. So etwas wie das Jazz Cafe bräuchte es auch in Zürich. Ich war erstaunt, dass auch Rhazel oder Tori Amos dort spielen. Die Location ist zwar klein, aber sehr hübsch. Es gibt eine kleine Bühne, mehrere kleine Bars und einen Balkon mit Esstischen und Sofas. Kostet zwar eine Kleinigkeit, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Heute hab ich mir noch die obligatorischen Sehenswürdigkeiten Londons angeschaut. Das Parlamentsgebäude mit dem Big Ben, den Buckingham Palace und die Themse mit dem Eye of London und nicht zu vergessen den Camdon Town Market. Der “Change of the Guards” fand genau heute nicht statt, aber an diese Zeremonie mag ich mich noch erinnern, als wir vor etwa 10 Jahren mit den Eltern in London waren. Der Park vor dem Buckingham Palace war dafür voll von zutraulichen Eichhörnchen, Pelikanen und natürlich haufenweise Tauben.

Vor dem Abflug gabs noch einen Kaffee mit John, bevor ich mich zum Londoner Heathrow Airport begab wo ich jetzt für ein letztes teures Bier meine letzten Pounds ausgegeben habe. In 5 Minuten gehts zum Check in und in etwa 22 Stunden wartet Buenos Aires auf mich…

Buenos Aires

Der Flug nach Sao Paulo war eine Tortur. Hinter mir sass ein kleines Mädchen, das ich nach ein paar Stunden am liebsten draussen auf die Tragfläche des Flügels gesetzt hätte. Die ganze Zeit hat die rumgestänkert, mir von hinten in den Sitz getreten und mir so den Schlaf geraubt. Das Essen war natürlich miserabel, aber ich Vergleich zu London eigentlich ganz Okay 😉

In Sao Paulo hatte ich 8 Stunden auf den Anschlussflieger zu warten. Das Unterschätzt man relativ schnell. Im Prinzip heisst das einen ganzen Arbeitstag lang einfach nur warten. Essen und Trinken wird einem natürlich nur zu astronomischen Preisen verkauft und – ganz genau – das Essen war scheusslich. Immerhin stellte sich schnell heraus, dass ich nicht ganz der Einzige war, der auf seinen Anschlussflug warten musste und so konnte ich die Zeit gemeinsam mit Nora aus Deutschland totschlagen. Sie fährt für ein paar Wochen nach Buenos Aires und besucht ihren Bruder, der dort seit ein paar Jahren lebt. Wir sehen uns bestimmt mal noch auf ein Bier.

Nach gefühlten 4 Tagen am Flughafen in Sao Paulo konnten wir endlich an Bord gehen und nach gut zwei Stunden tauchte die Mega Metropole Buenos Aires unter uns am Boden aus. Aus der Luft sieht man erst wie riesengross diese Stadt ist. Hier Leben etwa doppelt so viele Menschen in einer Stadt wie in der Schweiz im ganzen Land!!

Zusammen mit Jonathan aus Deutschland, meinem potenziellen Reisepartner für die nächste Zeit, ging es gleich raus in die Stadt. Er ist bereits seit Sonntag hier und kennt sich bereits etwas aus. Mit der Subte (U-Bahn) gingen wir nach Palermo – das Ausgehviertel – auf ein paar Bier und Drinks. Alles ist unglaublich günstig und die Menschen sind ausserordentlich freundlich und gut gelaunt. Ziemlich gut getränkt kamen wir mitten in der Nacht zurück ins Hostel. Und da hatte ich etwa eine ganze Menge Schlaf aufzuholen.

Alles in Allem ein echt gelungener Start! Ich schlaf jetzt erst mal noch einen Tag lang….

Abschiedsparty, Umzug und noch 5 Tage Schweiz…

Fast ein Jahr lang habe ich jetzt darauf gewartet: Meine letzte Woche in der Schweiz. Monatelang habe ich geplant, gewartet, optimiert, gespart, gekauft und verkauft… Und jetzt, am kommenden Samstag breche ich meine Zelte zu Hause ab und ziehe hinaus in die grosse weite Welt. Langsam macht sich Nervosität breit; habe ich alles? Ist nichts untergegangen? Habe ich mich von allen verabschiedet? Ist auch in Notfällen alles vorbereitet? Dabei denke ich mir jeweils: Mann, jetzt hast du soooo lange daran rumgefeilt, du kannst gar nichts vergessen haben… wird schon schiefgehn.

Am Samstag habe ich meine alten und neuen Freunde, Mitarbeiter und Familienmitglieder im Acapulco zum feucht-fröhlichen Abschiedsfest zusammengetrommelt. Es war super! Die Leute kamen von da und dort, alle haben sich super verstanden, gefeiert und getrunken. An dieser Stelle nocheinmal herzlichen Dank für das zahlreiche Erscheinen!

Noch 5 Tage sind es jetzt. Meine Mama ist auch in die Schweiz gekommen, die werde ich diese Woche noch ein paar mal treffen. Mein restliches Hab und Gut wird verpackt und eingelagert. Die endgültige Ladung Gepäck wird vorbereitet und bereit gelegt. Und dann am Samstag morgen geht es nach London. Da werd ich noch meinen Couchsurfing-Freund John und eine alte Freundin besuchen. Ausserdem gibts am Montag noch ein kleines Konzert im Jazz Cafe. Das sollte genau der richtige Einstieg in die Reise bzw. Ausstieg aus dem Schweizer Alltag werden um dann ab Dezember auf der anderen Seite der Erde das Leben in die nächste Runde gleiten zu lassen…

Geburtstag mit Rodrigo y Gabriela (noch 9 Tage)

Das war ein Tag gestern! 😀

Zuerst der Einstieg in den Geburtstag um Mitternacht bei Martin in der neuen Wohnung mit einem leckeren Bierchen und einer herzlichen Gratulation. Danach ging es gleich weiter noch kurz ins Mascotte ans Karaoke from Hell.

Am morgen im Büro wurde ich mit einem schönen Blumenstrauss beschenkt und wurde dann unter einem Vorwand in die Cafeteria gelockt, wo man mir Kuchen und Geschenke übergeben hat. Das ganze wurde dann sogar noch mit einem Schluck Limoncello begossen 😎

Meine lieben Mitarbeiter haben gesammelt und gespendet und haben mir eine Digitalkamera geschenkt! Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer brandneuen Canon Powershot G11 inklusive einem Gorillapod Stativ, einer Tasche und einer schnellen 16GB Speicherkarte! Ich freue mich riesig über das tolle Geschenk! Die Kamera ist einfach super! Sie nimmt im automatischen Modus schon sehr gute Bilder auf, und mit den manuellen Einstellungen ist so ziemlich alles möglich, was das Fotografenherz begehrt. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an all die lieben Leute aus dem Büro.

Nach der Arbeit ging es dann sofort mit dem Auto nach Lausanne. Die Fahrt dauerte über 2 Stunden und die veraltete GPS Software wusste offenbar noch nichts von der neuen Autobahn zwischen Bern und Lausanne was dazu führte dass wir ab Bern ziemlich an jeder Ausfahrt ein “Bitte wenden” anhören mussten.
Immerhin kannte sich die Frau im GPS in Lausanne einigermassen aus und führte uns auf direktem Weg zu der Konzert Location Les Docks. Die Vorband (kann man einen einzelnen Artisten Vorband nennen?) war bereits voll im Element. Wallis Bird aus Irland hat echt was drauf! Aber natürlich warteten alle im Saal auf Rodrigo y Gabriela. Auch Jilly, eine ehemalige Arbeitskollegin bei der IBM war dort. Der Tag war einfach perfekt!

Die beiden haben viele Songs vom neuen Album 11:11 gespielt, aber natürlich wurden auch die altbekannten Songs wie Orion oder Tamacun zum besten gegeben.
Es war wirklich ein gelungener Abend und irgendwie die Krönung hier in der Schweiz vor meiner Abreise, die immer näher rückt. Auf der Heimfahrt hat es uns allerdings geblitzdingst, weil wir etwas zu schnell unterwegs waren, aber das war ja bereits nach Mitternacht und konnte meinen Gaburtstag somit auch nicht trüben. Und wenn ich den Ausweis abgeben müsste… so what? Das interessiert in Südamerika wohl niemanden 😎